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Erdölroute Emlichheim Mit dem Fahrrad dem Öl auf der Spur

Die Erdölförderung hat in Emlichheim eine lange Tradition. Warum das so ist, erklärt die "Erdölroute Emlichheim" den fahrradbegeisterten Touristen in der Grafschaft Benheim. Radfahrer erhalten auf einer erlebnisreichen Radtour durch die Erdölfelder entlang der deutsch-niederländischen Grenze spannende Einblicke in die Welt der Erdölförderung.

Anlässlich des 70. Förderjubiläums hat Wintershall der Samtgemeinde Emlichheim dieses besondere Geschenk gemacht - die „Erdölroute Emlichheim“. Insgesamt sechs Informationspunkte umfasst die 32 Kilometer lange Strecke: Sie zeigen, wie Wintershall dem Erdöl in Emlichheim Dampf macht, wie die Erdölarbeiter früher lebten, was man alles aus dem kostbaren Rohstoff herstellen kann und warum die Pumpenantriebe auf der niederländischen Seite so ganz anders aussehen als auf deutscher Seite.

Erdölroute Emlichheim

  • Erdölroute
  • Stationen
  • Gastronomie
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Die Strecke: Emlichheim Weiße Siedlung Rerinkstraße, über Westerfeld zur Grenze, Wersterse Bos, Kanaalweg, Schoonebeek, Middendorp, Oosterse Bos, Wintershall an der Ölstraße, Aatalstraße, Hahnenberger Diek, Emlichheim.

Sehenswertes: Siedlungskultur Weiße und Rote Siedlung, Erdölpumpenantriebe im Ländervergleich, historische Bauernschaften in Schoonebeek; Besucherplattform Holleberger Moor; Erdölförderbetriebe Wintershall (Deutschland) und NAM (Niederlande). Die Route nutzt überwiegend Feld- und Radwege.

Sie ist für jede Art von Fahrrädern geeignet. Liegeräder oder Räder mit Anhängern können die Grenze gegebenenfalls nicht am Wehr überqueren: Hier besteht die Möglichkeit, den Grenzübergang Ossestraße zu nutzen.

Streckenprofil

Downloads

Sie können die Fahrradkarte zur "Erdölroute Emlichheim" per Mail (presse[at]wintershall.com) bei uns anfordern oder sie als PDF-Datei herunterladen.

Fahrradkarte "Erdölroute Emlichheim" (Deutsch)

Fahrradkarte "Erdölroute Emlichheim" (Niederländisch)

Mit dem Fahrrad dem Erdöl auf der Spur

Wenn Sie ein Smartphone mit Navigations-App haben oder ein GPS-Gerät am Fahrrad nutzen, können Sie den GPS-Track (GPX-Daten) hier herunterladen. Laden Sie die Datei am PC herunter, erhalten Sie eine xml-Datei. Um daraus eine gpx-Datei zu machen, benennen Sie sie einfach um.

GPS-Track (GPX-Daten)

Die Stationen

Station 1 Rote und Weiße Siedlung in Emlichheim

1944 begann die Erdölförderung in Emlichheim. In den ersten Jahren bauten sich die Ölarbeiter provisorische Hütten und Baracken nahe dem Werkplatz. Mit der Währungsreform verbesserten sich 1948 die wirtschaftlichen Verhältnisse – die Ölarbeiter konnten sich mit einem werkseitigen Darlehen ein Eigenheim errichten.

Die Gemeinde Emlichheim entwickelte sich in den 1950erund 1960er-Jahren rasant – dank der Mittel aus der Erdölförderung: Eine neue Schule, ein Sportplatz und eine Kirche wurden errichtet und das Straßennetz ausgebaut. Geschäfte und Gastronomie passten sich den gestiegenen Bedürfnissen an. 

Station 2 Verschiedene Erdölpumpenantriebe prägen den Grenzverlauf

Pferdeköpfe (Nicker) prägen das Bild der Erdölförderung in Deutschland. Bewegt man sich in Emlichheim jedoch entlang der deutsch-niederländischen Grenze, wird augenfällig, dass auf niederländischer Seite eine andere Technik genutzt wird, sogenannte Langhubpumpenantriebe. Der Unterschied beschränkt sich allerdings auf die oberirdisch sichtbaren Pumpenantriebe. Tief unten in der Erde arbeiten auf deutscher wie niederländischer Seite Kolbenpumpen, die das Erdöl nach oben fördern.

Der Pferdekopfpumpenantrieb ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Ölpumpenantrieb und wird von der Wintershall in Emlichheim seit 1944 genutzt.

Station 3 Die erste Erdölförderung „Emlichheim 1“

Der Wintershall Standort Emlichheim ist eine der ältesten deutschen Erdölförderstätten überhaupt – und gehört immer noch zu den fünf produktionsstärksten Ölfeldern Deutschlands. Bis heute läuft die Produktion dank innovativer Fördertechniken auf konstantem Niveau.

Alles nahm seinen Anfang 1943, als die ersten Bohrtürme errichtet wurden. Und gleich der erste Versuch war erfolgreich: Am 4. November 1943 stieß die „Emlichheim 1“ auf Erdöl und nahm ein halbes Jahr später am 12. Mai 1944 ihren Betrieb auf. Sie fördert bis heute täglich Öl.

Die Emlichheim 1 zapft die Lagerstätte in circa 800 Meter Tiefe an. Das Erdöl lagert hier in den Poren des Bentheimer Sandsteins.

Station 4 Mit heißem Dampf mehr Erdöl fördern

Das Erdöl in der Emlichheimer Lagerstätte ist zäh wie dickflüssiger Honig, es sitzt fest in den Gesteinsporen des Bentheimer Sandsteins. Deshalb war es von Beginn an schwierig, es zu fördern. Doch seit 1968 macht Wintershall dem Erdöl mächtig Dampf – und verlängert dadurch die Förder- und Lebensdauer des Ölfeldes signifikant. Um das Erdöl zu fördern, erhitzt heißer Wasserdampf das Öl in der Lagerstätte und macht es dadurch flüssig und somit förderbar.

Die Dampfflutanlage mitten im Erdölfeld ist heute ein ausgeklügeltes System, das nicht nur das gewonnene Öl aufbereitet und das Lagerstättenwasser wieder für die Dampferzeugung nutzt, sondern auch Strom und Wärme erzeugt. Ein Kreislaufprinzip, das effektiv und nachhaltig funktioniert. Mit der Dampffluttechnik lässt sich der sogenannte Entölungsgrad der Emlichheimer Lagerstätte auf über 40 Prozent steigern und die Produktion seit über 70 Jahren auf einem konstant hohen Niveau halten.

Station 5 Erdöl prägt auf vielfältige Weise unser Leben

Deutschland braucht Energierohstoffe. Wir sind auf Öl und Gas angewiesen. Das wird sich auch nicht ändern. Kein Medikament, kein Windrad und kein iPad ohne Öl. Ohne Erdöl und Erdgas gehen uns auf dem Weg ins Grüne die Lichter aus. Und die Maschinen stehen still. Weltweit wird ein Fünftel der Erdölproduktion verheizt. Und ohne Erdöl wäre unsere Mobilität sehr eingeschränkt. Erdölprodukte treiben immer noch die Welt an. Kaum ein Auto, Flugzeug oder Schiff kommt ohne den fossilen Energieträger im Tank aus.

Doch Erdöl steckt auch in nahezu allen anderen Produkten unseres Alltags. So nutzen über drei Millionen Niedersachsen ein Smartphone, das zu 40 Prozent aus Öl besteht. Oder die geliebte Couch im Wohnzimmer – rund 60 Liter Erdöl stecken in einem Sofa.

Station 6 Historie der Erdölförderung in Emlichheim

Das Erdöl wird nördlich von Emlichheim im Wöster Feld gefördert und dort auch einer ersten Aufbereitung unterzogen. Das Rohöl gelangt anschließend über Pipelines zur Verladestation im Ort Emlichheim, von wo es in Kesselwagen täglich zur Raffinerie nach Lingen transportiert wird.

Nicht weit entfernt von der Verladestation befindet sich die Wintershallstraße. Dort war bis 2008 die Verwaltung beheimatet. Sie ist jedoch an die sogenannte Kopfstation ins Ölfeld gezogen, um alle Aktivitäten zentral zu bündeln.

Dort, wo ehemals das Verwaltungsgebäude stand, erzählen heute Informationstafeln, wie die Erdölförderung in Emlichheim begann.

Diesseits und Jenseits der Grenze: Erdölförderung mit unterschiedlichen Systemen

Langhubpumpenantrieb

In Schoonebeek hat die NAM Mitte der 1990er-Jahre die Ölproduktion wegen zu niedriger Ölpreise eingestellt. Ungefähr 15 Jahre später wurde die Produktion wieder aufgenommen – dann mit einem neuen Antriebssystem für die Tiefpumpen. In den hohen Antriebstürmen bewegt sich eine Endloskette über zwei Umlenkrollen. Diese ist über eine Mechanik mit einem Gurt verbunden, der die Rotation der umlaufenden Kette in eine Auf- und Abwärtsbewegung umsetzt.

Die Langhubpumpenantriebe können die Ölsäule deutlich höher bewegen als herkömmliche Antriebe, bis zu 9,30 Meter pro Hub – dadurch kann, je nach Voraussetzungen in der Lagerstätte, mehr Öl pro Tag gefördert werden. Im Zuge der Neuentwicklung des Feldes wurden für die neue Antriebstechnik auch das Förderplatzdesign und die Werkzeuge zur Instandhaltung angepasst.

Pferdekopfpumpe

Er ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Tiefpumpenantrieb und in Emlichheim seit 1944 im Einsatz. Die sichtbare Antriebseinheit (Pferdekopf) setzt die schnell drehende Bewegung des Antriebsmotors in eine langsame Auf- und Abwärtsbewegung des Pumpgestänges im Untergrund um.

Der Pferdekopfpumpenantrieb nickt rund 5.000-mal am Tag und bewegt die Ölsäule pro Hub bis zu 3,70 Meter nach oben. Dieser robuste Pumpenantrieb hat sich durch seine geringe Störanfälligkeit, einfache Wartung und flexiblen Einsatzmöglichkeiten über Jahrzehnte für Wintershall in Emlichheim bewährt.