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12.10.2015

Wo die Pferdekopfpumpe nickt: 60 Jahre Ölförderung in der SüdpfalzIn Rheinland-Pfalz fließt nicht nur Wein, sondern auch Erdöl. Daran hat auch die Förderung in der Südpfalz einen Anteil - sie gibt es seit 60 Jahren.

Von Jasper Rothfels, dpa

Landau (dpa/lrs) - Um an Erdöl zu kommen, ist dem Chemiekonzern BASF kein Weg zu weit. Erst kürzlich schloss der Weltmarktführer mit dem russischen Energieriesen Gazprom einen Vertrag, der seiner Öl- und Gastochter Wintershall gut 25 Prozent vom Ertrag einer Lagerstätte in Westsibirien sichert. Aber auch vor der «Haustür» der Ludwigshafener Mutter BASF ist Wintershall aktiv.

Wintershall beackert in Landau eines der größten Ölfelder im Oberrheingraben. «Wir fördern rund 20 000 Tonnen Erdöl pro Jahr in der Südpfalz», sagt Mark Krümpel, Sprecher von Wintershall Deutschland. Dutzende «Pferdekopfpumpen» bringen das schwarze Gold im Westernstil nach oben. Sie stehen in Weinbergen und Ortsteilen und «nicken» im Schnitt 5000 Mal am Tag mit dem Kopf. Seit 60 Jahren geht das nun so. Am Samstag wird das Jubiläum des Standorts mit einem Festakt gefeiert. Er ist einer von vieren im Bundesland, zwei davon zählen zu Wintershall.

Ölfunde im elsässischen Pechelbronn hatten schon lange vor dem Landauer Förderstart darauf hingedeutet, dass es im Oberrheingebiet größere Vorkommen gibt. Bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Pechelbronn Öl gefördert, dort gab es laut Wintershall eine der weltweit ersten Bohrungen. In der Südpfalz wurde das Öl Ende des 19.
Jahrhunderts zum Thema, als Hausbesitzer in Frankweiler bei Landau entdeckten, dass ihre Kellerböden schwarz schimmerten: Das Öl drückte stellenweise bis an die Oberfläche. Eine erste Bohrung 1896 blieb aber ohne durchschlagenden Erfolg - wie viele andere Versuche auch.
Zwar wurde Öl gefunden, die Mengen waren aber zu gering.

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte die Internationale Tiefbohrgesellschaft (Itag) einen neuen Versuch - mit Wintershall und der heutigen Mobil Erdgas-Erdöl GmbH. Nach einem Fehlschlag 1954 knallten am 24. September 1955 die Korken, als die Bohrung «Landau 2» auf Öl stieß. Seitdem gab es immer mehr Bohrungen in den Ortsteilen, 1984 kam der etwa 20 Kilometer entfernte Standort Rülzheim dazu, wo Wintershall mit einem Partner arbeitet. Von rund 200 Bohrungen bis zu 1800 Meter Tiefe sind heute noch rund 65 Förderbohrungen in Betrieb.

Die von Elektromotoren angetriebenen Pumpen, deren Geräuschentwicklung laut Wintershall der eines Kleinwagens gleicht, fördern in Landau pro Tag 50 Tonnen Öl. Seit dem Start kamen 4,5 Millionen Tonnen zusammen, das ist laut Wintershall «so viel, wie die Welt heutzutage in acht Stunden verbraucht». Und das soll noch nicht das Ende sein: 2011 wurden mit «Landau 2a» weitere Reserven angezapft, die eine längerfristige Versorgung ermöglichen sollen. 34 Mitarbeiter kümmern sich um die Ausbeute. Das Öl kommt in die Karlsruher Raffinerie Miro, die laut Wintershall Abnehmer des Erdöls aus Rheinland-Pfalz ist.

Landau ist allerdings nicht die größte Förderstätte im Land. 2003 wurde in Speyer bei der Suche nach Erdwärme zufällig ein großes Feld entdeckt. Mehrere Bohrungen liefern hier pro Tag 500 Tonnen - das Zehnfache der Landauer Tagesmenge. «Das Erdölfeld in Speyer macht Rheinland-Pfalz zum drittgrößten Förderland für die heimische Erdölproduktion nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen», sagt Beate Klehr-Merkl von der Firma GDF Suez E&P Deutschland GmbH (Engie), einem der beiden Konsortialpartner. Das Feld misst nach ihren Angaben fünf bis sechs Quadratkilometer und liegt unter der Stadt. Noch mindestens 30 Jahre lang, sagt sie, wolle man dort fördern. Auf zwei Plätzen gibt es bislang sieben Bohrungen, insgesamt zwölf sind geplant. Die nächste soll 2016 kommen.

Eine weitere Förderstelle gibt es im rheinhessischen Eich, wo die ExxonMobil Production Deutschland GmbH aktiv ist. Dort wurden 2014 nach Angaben des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V (Weg) 5088 Tonnen Erdöl gefördert, in Landau waren es 19 419 Tonnen, in Speyer 167 311 Tonnen und in Rülzheim 679 Tonnen. Mit einer Fördermenge von 192 497 Tonnen liegt Rheinland-Pfalz damit deutlich hinter Schleswig-Holstein (1,34 Millionen Tonnen) und Niedersachsen (825 057 Tonnen). Allein 962 130 Tonnen wurden im größten deutschen Ölfeld Mittelplate gefördert, an dem Wintershall mit RWE Dea zu je 50 Prozent beteiligt ist. Das Erdöl aus deutschen Quellen (2014: 2,43 Millionen Tonnen) deckt die inländische Nachfrage laut Wintershall-Sprecher Krümpel zu knapp drei Prozent ab.

Das Erdöl dient dabei nicht nur als Energieträger. Zusammen mit Erdgas gehöre es zu den wichtigsten Rohstoffen für viele Produkte des täglichen Lebens, teilt die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Mainz, Susanne Keeding, mit. «Dazu gehören Kunststoffe, Farben und Lacke, Kleidung, Waschmittel aber auch Cremes und Arzneimittel. Viele dieser Produkte werden in Rheinland-Pfalz hergestellt und verarbeitet.» Erdöl werde deshalb zunächst eine wichtige Bedeutung als Rohstoff für den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz behalten. Allerdings gehöre es zur Innovationsstrategie der rot-grünen Landesregierung, die Entwicklung von Ersatzstoffen für fossile Rohstoffe zu fördern, etwa durch nachwachsende Rohstoffe.

Von Jasper Rothfels, dpa

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