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12.05.2014

Wertvolle Signale aus dem UntergrundGemeinsam mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum erprobt Wintershall ein Verfahren zur Bestimmung des Ölanteils in der Lagerstätte Bockstedt. Die Technik soll eine noch effizientere Förderung möglich machen. 

Wintershall-Projektleiter Bert Verboom und Kristina Tietze (GFZ): Durch Stromfluss entstehen elektromagnetische Felder im Untergrund, die von Empfängern aufgenommen werden.

Den Anteil von verbliebenem Erdöl in einer Lagerstätte ermitteln und damit die Effizienz der Erdölförderung überprüfen – dieses Ziel verfolgen Experten des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam und von Wintershall jetzt in einem gemeinsamen Forschungsprojekt. Im Erdölfeld Bockstedt wollen das GFZ und Wintershall elektromagnetische Felder im Untergrund messen, um den verbleibenden Anteil von Öl in der Lagerstätte zu ermitteln.

Wie Wintershall in einer Pressemitteilung schreibt, werde das Verfahren in der Geowissenschaft bereits seit Jahrzehnten verwendet, um die geologische Struktur des Untergrunds zu entschlüsseln. Mit dem Test in Bockstedt möchten die Forschungspartner nun herausfinden, ob sie diese Methode auch für die Optimierung der Erdölförderung nutzen können. “Wenn der Test erfolgreich verläuft, könnten wir mit solchen elektromagnetischen Messungen in Zukunft genauer ermitteln, wie sich der Ölgehalt einer Lagerstätte im Laufe der Produktion verändert und ob unsere Fördermethoden Wirkung zeigen”, wird Wintershall-Projektmanager Bert Verboom zitiert. “Damit hätten wir ein umweltfreundliches Kontrollinstrument, das uns dabei hilft, mit neuen und bestehenden Techniken noch effizienter Erdöl aus einer Lagerstätte zu fördern.”

Bei der sogenannten “Controlled Source Electromagnetic (CSEM)” wird kurzzeitig Wechselstrom mit niedriger Frequenz in den Boden geleitet. Auf die Umwelt habe das Verfahren keine Auswirkungen, heißt es, Tiere und Pflanzen würden dadurch nicht beeinträchtigt. Durch den Stromfluss entstehen elektromagnetische Felder im Untergrund, die von passiven Empfängern gemessen werden. “So ermitteln wir die Leitfähigkeit des Untergrunds. Die Daten verraten uns auch, wie hoch der Anteil von Erdöl an dieser Stelle ist”, so Kristina Tietze, Projektmanagerin beim GFZ.

Der Test in Bockstedt beginnt Anfang Mai und dauert etwa drei Wochen. Für die Messungen in dem 18 Quadratkilometer großen Gebiet werden insgesamt vier Sendestationen und etwa 25 passive Empfängerstationen eingesetzt. Eine Sendestation besteht aus jeweils drei Stahlstangen von wenigen Metern Länge, über die der Strom kontrolliert in den Boden eingespeist wird. Bei einer der vier Sendestationen dient zusätzlich die Stahlummantelung der stillgelegten Wintershall-Ölbohrung Bo 23 als Einspeiseelektrode.

Die Forscher von GFZ und Wintershall erhoffen sich nach eigenen Angaben davon eine bessere Qualität der Messdaten.

Die Sender kommen nacheinander zum Einsatz; Strom fließt also immer nur an einer Station – und das kurzzeitig und ohne Gefährdung für die Umwelt, erklärt das Unternehmen die Technik.

Die Empfänger nehmen demnach lediglich die Signale aus dem Untergrund auf, ohne selbst elektrische Ströme zu erzeugen. Bereits in wenigen Metern Entfernung vom Einspeisepunkt seien die elektromagnetischen Felder so stark abgeklungen, dass sie nur mit solch speziell dafür konstruierten Sensoren und Messverstärkern erfasst werden können. Sender und Empfänger werden im Boden vergraben und nach Abschluss der Messungen wieder entfernt. Die Stromeinspeisung findet nur tagsüber und vorwiegend auf gepachteten Ackerflächen statt. Mitarbeiter von GFZ und Wintershall begleiten den Test zu jeder Zeit.

Quelle: Diepholzer Kreisblatt

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