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22.11.2014

Übertriebene Furcht vor Risiken: Fracking-Boom ohne DeutschlandMit Schiefergas könnte Deutschland sich zehn Jahre selbst versorgen. Gemäss der Bundesanstalt für Geowissenschaften ist Fracking nicht riskanter als die herkömmliche Erdgasförderung. Trotzdem will Berlin die Ausbeutung nur in Ausnahmen gestatten.

Fracking hat im deutschen Umweltamt einen schlechten Ruf. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Tonsteine mehrere tausend Meter unter der Erde mit hohem Wasserdruck aufgespalten werden. Dadurch kann das in Gesteinsporen gefangene Erdgas entweichen und an die Oberfläche strömen. Umweltministerin Barbara Hendricks bezeichnete die Technologie unlängst als hochgefährlich – obwohl ein vom Amt in Auftrag gegebenes Gutachten diesen Schluss nicht zulässt. Am liebsten wäre Hendricks ein Verbot, doch lasse sich dieses aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht absolut gestalten, sagt sie. Kein Wunder, hat die Regierung jetzt einen ziemlich mutlosen Gesetzesentwurf vorgelegt.

Fracking auf Probe

Gewiss, Deutschland ist kein Eldorado wie die USA, wo Schiefergas in grossem Stil ausgebeutet wird. Dies hat auch damit zu tun, dass in Amerika die Bodenschätze dem Landeigentümer gehören, was Verhandlungen erleichtert. In Europa liegen diese Rechte hingegen beim Staat. Die Vorräte an Schiefergas sind in Deutschland zwar nicht riesig, aber auch nicht vernachlässigbar. Laut vorläufigen Schätzungen könnte Deutschland dank dem Schiefergas den Rückgang in der herkömmlichen Förderung auffangen und das heutige Niveau dann während Jahrzehnten halten. So würde die Abhängigkeit von Einfuhren – derzeit 90% – zumindest nicht zunehmen. 

Laut dem Gesetzesentwurf ist Fracking in weniger als 3000 m Tiefe untersagt – in Tiefen von 1000 m bis 2500 m dürften sich jedoch gerade die attraktiven Lagerstätten befinden. Möglich sind jedoch nach einem umfassenden Genehmigungsverfahren wissenschaftliche Probebohrungen. Sind diese erfolgreich, kann ein Antrag auf kommerzielle Nutzung gestellt werden. Hierzu muss jedoch eine sechsköpfige Expertengruppe eine «Unbedenklichkeitserklärung» ausstellen.

Diese Empfehlung reicht aber nicht. Vielmehr bildet sie einen Faktor im definitiven Entscheid der zuständigen Wasserbehörden in den Bundesländern, die derzeit nicht als Fracking-Enthusiasten gelten. Zudem muss auch das Umweltamt die Fracking-Flüssigkeit als ungefährlich einstufen. Firmen wie Exxon Mobil oder Wintershall, die an einer Ausbeutung interessiert sind, haben jedenfalls einen Hindernisparcours vor sich, wollen sie Schiefergas fördern. Frühestens 2019 ist in engen Grenzen eine kommerzielle Förderung denkbar.

Was oft vergessen wird: In Deutschland wird Fracking bereits seit 1961 zur Förderung von Erdgas in dichtem Sandstein in grossen Tiefen angewandt. Man spricht hier auch von «konventionellem Fracking». Einen Unfall hat es in all den Jahren nicht gegeben. Der Chef der deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hans-Joachim Kümpel, sieht das «unkonventionelle» Fracking in Tonsteinen nicht als riskanter an als dasjenige im Sandstein, wie er im Gespräch erklärt. Die BGR ist als wissenschaftliche Behörde dem Wirtschaftsministerium angegliedert. Entscheidend sei in beiden Fällen, dass in dem Abschnitt der Bohrleitung, der durch das Grundwasser führe – meist 100 m bis 400 m unter dem Boden –, keine Lecks entstehen können. Hier gibt es deshalb die Auflage, dass mehrere Rohre ineinandergeschachtelt werden müssen. Die Hohlräume werden mit Beton gefüllt. So entsteht eine wirksame Barriere.

Auch die Angst vor Erdbeben hält Kümpel für übertrieben. Er spricht lieber von Mini-Erdbeben. Daten aus den USA zeigten, dass das Erdbebenrisiko geringer sei als bei der herkömmlichen Förderung von Erdgas oder beim Bergbau unter Tage. Verglichen mit dem herkömmlichen Abbau hat Fracking einen weiteren Vorteil. Bei der Erdgasförderung fliesst Wasser zurück. Dabei handelt es sich einerseits um die Fracking-Mischung, die unter starkem Druck in den Tonstein gepresst wird und dort Risse erzeugt. Zum anderen steigt aus der Lagerstätte selbst Wasser auf, das belastet sein könnte.

Diese Rückflüsse müssen entsorgt oder rezykliert werden. Bei der Förderung von Schiefergas dürften die Mengen laut Kümpel jedoch geringer ausfallen als beim Fracking im Sandstein. Exxon Mobil hat zudem eine Fracking-Mischung entwickelt, die zu 99,8% aus Wasser besteht. Die verbleibenden Chemikalien seien biologisch abbaubar, schreibt der Konzern.

Erdgas setzt bei der Verbrennung weniger CO2 frei als Kohle. Ersetzt Erdgas Kohle in der Stromproduktion, verbessert dies somit die Klimabilanz. Doch dies gilt nur, wenn bei der Erdgasförderung kaum Methan entweicht, das ein besonders aggressives Treibhausgas ist. Hier spreche das strenge Genehmigungsverfahren in Deutschland verglichen mit anderen Ländern für eine deutsche Förderung von Schiefergas, erörtert Kümpel. Kommt dazu, dass der Energieverbrauch für den Transport von Erdgas via Pipeline oder Tanker (mittels Verflüssigungsanlage) entfällt.

Nicht so restriktiv wie Paris

Angesichts der Vorteile mag man sich sogar fragen, weshalb Deutschland überhaupt ein Gesetz braucht und nicht rasch Bohrungen zulässt. Immerhin sind laut einer Forsa-Umfrage vom September 70% der Deutschen dafür, Lagerstätten von Schiefergas zu erforschen. Ein Drittel wäre mit der Nutzung bereits heute einverstanden, weitere 25%, falls das Fracking giftfrei ist. Die Stimmung ist also nicht so negativ, wie einem Umweltorganisationen weismachen wollen. Immerhin lässt die deutsche Regierung die Tür zur kommerziellen Nutzung einen Spalt offen. Damit ist die Situation besser als in Frankreich, das von Fracking nichts wissen will.

Quelle: "Neue Züricher Zeitung" www.nzz.ch

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