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15.02.2016

"Stopfen für die Ewigkeit" wird gesetztBis zum Jahr 1998 wurde aus der Bohrung Rehden 5 Erdgas gefördert, jetzt wird sie für immer verfüllt und der Betriebsplatz renaturiert.

Diepholzer Kreisblatt vom 13.02.2016

REHDEN "Das ist der Stopfen für die Ewigkeit", schmunzeln Bohringenieur Arian Ebrahimi und Bohrmeister Volker Höhme von der Wintershall in Rehden. Der Stopfen aus Stahl und Gummi wird demnächst die frühere Erdgasproduktionsbohrung Rehden 5 am Hemsloher Kirchweg entgültig verschließen. Die Verfüllungsarbeiten, bei der eine Bohranlage eingesetzt wird, werden voraussichtlich bis April dauern.

Die Firma Wintershall als Bauherr hat dazu die Erdöl-Erdgas Workover GmbH (EEW) aus Salzwedel mit den Arbeiten betraut.

Bis zum Jahr 1998 wurde aus Rehden 5 noch Gas gefördert, bevor eine Teilverfüllung vorgenommen wurde. Arian Ebrahimi gerät förmlich ins Schwärmen, wenn er davon berichtet. Selbst erlebt hat er dieses jedoch nicht, er war noch nicht in dem Unternehmen.

"Rehden 5 war ein Glücksfall für das Unternehmen", betont der Bohringenieur auf der Baustelle. Gefördert worden seien zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Kubikmeter süßes Gas, also ziemlich reines Gas. Gebohrt worden sei bis in eine Tiefe von 2200 Metern, bis das Unternehmen auf die geologische Formation des Speichers gestoßen sei. Die Bohrung wurde mit Zement und einer Stahlplatte bis zu einer Tiefe von 1840 Metern verfüllt. Stahlrohre schützen die Bohrung.

"Bei jeder Bohrung muss von Beginn an die Verschließung des Bohrloches mit einkalkuliert werden", verdeutlicht Ebrahimi. Die Kosten für den jetzigen Abschluss werden auf etwa eine Million Euro geschätzt. Bis etwa Mitte April muss laut Volker Höhme ein ziemlicher Aufwand betrieben werden, alles nach Auflagen des Bergamtes. Neben Zement und Stahlplatten werden sogenannte Dickspülungen als zusätzliche Abdichtungen eingebracht.

An den Spezialzement, der in Pulverform angeliefert und mit Wasser angesetzt wird, werden besondere Anforderungen gestellt. Er ist flüssig wie Wasser, die Versteifungszeit beträgt etwa zwei Stunden. Diese ist allerdings noch abhängig von der Tiefe, in die er gebracht wird und den dort herrschenden Temperaturen. "Für die Umwelt entstehen durch die Verfüllung mit dem Spezialzement keine Gefahren", versichert Ebrahimi.

Das Bohrloch verjüngt sich von der Oberkante von 50 Zentimeter Durchmesser auf 12,7 Zentimeter in einer Tiefe von rund 1840 Metern. Laut Höhme werden etwa 50 Kubikmeter Zement - das sind mehr als 100 Tonnen - in verschiedenen Stufen mittels Bohrung eingebracht.

Ist das Bohrloch komplett verfüllt, tritt eine sechsmonatige Beobachtungsphase ein in der geprüft wird, ob es dicht ist. Danach beginnen die Rekultivierungsmaßnahmen, der komplette Bohrplatz wird abgebaut. Anschließend wird Mutterboden in einer Stärke von drei Metern aufgebracht. Die Fläche, die vom Eigentümer an die Wintershall verpachtet wurde, kann wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Arian Ebrahimi vermutet, dass in Rehden noch einige auflässige Bohrungen vorhanden sind.

Um Lärmbeeinträchtigungen bei der Verfüllung von Rehden 5 zu minimieren erfolgt eine Nachtruhe und die Arbeitszeit wird auf 6 bis 22 Uhr begrenzt. 

Quelle: Diepholzer Kreisblatt

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