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28.06.2012

Sicherheit ist oberstes Gebot auf der Bohrinsel „Mittelplate“Auf der Öl-Plattform Mittelplate, an der Wintershall beteiligt ist, ist man für jegliche Situation gewappnet. Verschiedenste Sicherheitsmechanismen garantieren, dass selbst im Ernstfall Mensch und Umwelt keinen Schaden nehmen.

Die Diepholzer Kreiszeitung berichtete am 27. Juni über die Förderplattform Mittelplate sowie die verschiedenen Sicherheitsbestimmungen auf der künstlichen Insel. Die Plattform in der deutschen Nordsee fördert seit vielen Jahren erfolgreich Erdöl. Wintershall ist mit 50 Prozent beteiligt.

MITTELPLATE. Mehrere Explosionen erschütterten am 20. April 2010 die Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Feuer brach aus, elf Menschen kamen ums Leben, unkontrolliert gelangten 800 Millionen Liter Öl ins Meer. Was folgte, war eine Umweltkatastrophe von unbeschreiblichem Ausmaß. Nur wenige Monate ist es her, dass auf der Bohrinsel „Elgin“ in der Nordsee vor Schottland in großen Mengen Gas austrat. Es bestand Explosionsgefahr. die komplette Besatzung musste evakuiert werden. Auch vor der deutschen Nordseeküste wird offshore nach Öl gebohrt. Wie sieht es an Bord der einzigen deutschen Bohrinsel mit den Sicherheitsstandards aus?

Position 54° 1′ 33° Nord. 8° 43′ 52° Ost – Deutsche Bucht, südliche Nordsee. Bei guter Sicht ist sie von Cuxhaven und von Büsum aus auch ohne Fernglas zu sehen. „Mittelplate”, Deutschlands einzige Bohr- und Förderinsel. Seit 1987 wird dort, acht Kilometer westlich der Küste Dithmarschens am südlichen Rand des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, auf der Sandbank Mittelplate kontinuierlich und wirtschaftlich erfolgreich Erdöl gefördert. Ohne Unfälle und ohne Belastung des sensiblen ökologischen Umfeldes, wie die Gesellschaft RWE Dea als betriebsführendes Unternehmen erklärt.

Szenenwechsel: Mit auflaufender Tide hat die „Sara Maatje VII“ in den Morgenstunden Cuxhaven verlassen, um Personal, Material und Proviant zur Bohr- und Förderinsel zu bringen. Seit vielen Jahren ist das 1978 gebaute, 35 Meter lange Schiff als Bohrinselversorger eingesetzt. Zwei Motoren mit einer Gesamtleistung von 800 PS ermöglichen eine maximale Geschwindigkeit von elf Knoten.

Auf nordwestlichem Kurs geht es zunächst gegen den Elbstrom hinaus in die Nordsee. Südlich der Vogelschutzinsel Trischen gibt der niederländische Kapitän Erik Wolberts das Kommando „Ruder Steuerbord“ Richtung Dithmarschen. Nur einen knappen halben Meter Wasser hat die „Sara Maatje VII“ noch unter dem Kiel. Und dann taucht sie aus dem dichten Frühnebel schemenhaft auf: „Mittelplate A“

Zu erreichen ist das maritime Bauwerk nur mit äußerst flachgehenden Spezialschiffen bei Hochwasser. Bei Ebbe steht „Mittelplate“ trocken im Watt. Um auf die lnsel zu kommen, macht die „Sara Maatje VII“ im geschützten Hafenbecken fest. Bequem gelangt man vom Anleger aus in das fünfstöckige Wohn- und Officequartier. Am Empfang gehört für jeden Neuankömmling eine ausführliche Sicherheitsunterweisung zum Pflichtprogramm. Er bekommt einen Helm, Schutzbrille, Wetterschutzjacke in Signalfarben und Sicherheitsschuhe.

Die Förderinsel ist mit nur 70 mal 95 Metern relativ schmal. Sie wird durch eine Spundwand gesichert, die zum offenen Meer hin elf Meter hoch ist. Nach gründlichen hydrographischen, strömungstechnischen und meteorologischen Untersuchungen wurde eine massive, auf Extrembelastungen ausgelegte Wannenkonstruktion aus Stahl und Beton errichtet. „Mittelplate“ ist gegenüber dem Außenbereich flüssigkeitsdicht abgeschottet. Der sogenannte Kolkschutz – eine Befestigung aus Steinen und wasserbeständigem Mörtel – sowie eine umlaufende Spundwand trotzen den ständigen natürlichen Veränderungen des Wattenmeeres, Sturmfluten und Eisgang.

„Es ist sichergestellt, dass weder Spritz· noch Regenwasser von der Insel nach außen dringen können – und selbst bei einem Austreten des gesamten geförderten und gelagerten Öls auf der Insel wäre die Aufnahmekapazität der Wanne nicht ansatzweise ausgeschöpft“, erklärt Dipl. lng. Wllhelm Jürgens. der für die Sicherheit auf „Mittelplate” verantwortlich ist. „Auch die Entsorgung hier auf der Jnsel findet in einem in sich geschlossenen System statt: Alle Abwässer werden in einer eigenen Kläranlage gereinigt, in Tanks gelagert und – zusammen mit den festen Abfällen – an Land entsorgt. Dies gilt auch für das zerriebene Gestein, das mit der Bohrspülung an die Oberfläche gelangt.

 

Doch wie sieht es auf „Mittelplate” bei sogenannten Worst-Case-Szenarien aus – Großschadenslagen mit Explosionen, Feuer und Gasaustritt? „Wir sind auf alle nur denkbaren Unfälle technisch und konzeptionell vorbereitet“, so der Brandschuttbeauftragte Wilhelm Jürgens. „An Bord befindet sich die modernste Überwachungs- und Löschtechnik, das Personal ist geschult und wird regelmäßig trainiert, Frühwarnsysteme melden sich ankündigende Probleme schon im Entstehungsstadium. Stolz sind wir darauf, dass wir von Beginn an ohne einen einzigen Not- oder Zwischenfall auf „Mittelplate“ arbeiten.“

Unabhängig vom normalen Betriebs- und Überwachungsprozess kontrolliert ein übergeordnetes Sicherheitsabschaltungssystem direkt die Prozesseinrichtungen. Das Brand- und Gaserkennungssystem reagiert auf mögliche Betriebsstörungen. Das gesamte System ist „fail fall save” ausgelegt: Ein möglicher Ausfall der Steuerspannung oder Hilfsenergie führt dazu, dass alle sicherheitsrelevanten Armaturen in die sichere Position fahren. Sollten im Förderbetrieb Abweichungen und Unregelmäßigkeiten auftreten, was durch Messinstrumente und Sensoren ständig überwacht wird, schalten sich die Pumpen automatisch ab. In einer Tiefe von 90 Metern sind die Bohrlöcher mit hydraulischen Schnellschlussventilen gesichert, die sich bei Druckabfall sofort selbstständig schließen. Weitere pneumatische Absperrventile am Bohrlochkopf sorgen für zusätzliche Sicherheit. Dadurch wird verhindert, dass es an der Oberfläche – also auf der Förderinsel – zu einem Öl- oder Gasaustritt kommen kann, woraus in der Folge ein Brand oder eine Explosion entstehen könnte.

Brandschutztechnisch war „Mittelplate“ eine Herausforderung für ihre Planer und Erbauer. denn bei einem Feuer oder einer Explosion an Bord ist die Mannschaft nahezu vollkommen auf sich allein gestellt. Hilfe von außen kann – bedingt durch die isolierte Lage – im Notfall nur sehr begrenzt anrücken. Aus diesem Grund wurden bereits bei Erstellung des baulichen Konzeptes die Bereiche Förderbetrieb, Prozessanlagen sowie Office und Wohnen voneinander getrennt.

In allen Bereichen der Bohrinsel sind sicherheitstechnische Anlagen wie Brand- und Gasmelder, Rauchabzugssysteme, Personenrufanlagen sowie Not- und Hinweisbeleuchtungen installiert, bei denen Kabel mit Funktionserhalt zum Einsatz kommen. Der ordnungsgemäße Betrieb aller Sensoren wird regelmäßig überprüft. Ebenso die der Sprinkleranlagen in den Wohn- und Büroräumen, die bei einer Raumtemperatur von 68 Grad anspringen.

Wer auf „Mittelplate“ arbeitet, der ist in puncto Sicherheit gut ausgebildet. Grundvoraussetzung für einen Job auf der Bohrinsel ist die Teilnahme am zweitägigen umfassenden Sicherheitslehrgang Offshore mit Einweisung in die gesamte Brandschutztechnik der Insel. Außerdem ist ein dreitägiger Speziallehrgang beim Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen für alle Mitarbeiter Pflicht.

Und auch für medizinische Notfälle ist man auf „Mittelplate“ gewappnet. Wilhelm Jürgens: „Es befindet sich immer ein Nautiker an Bord, in dessen Zuständigkeit neben der Logistik und der Meteorologie auch die Medizin fällt. Er ist nach STCW (Standards of Training, Certification, and Watchkeeping for Seafarers) ausgebildet und muss seine Qualifikation alle zwei Jahre erneut amtlich nachweisen. Verantwortlich ist er für die Bordapotheke und das Hospital, in dem verletzte und erkrankte Personen behandelt werden können. Nach der Versorgung werden sie zur weiteren Versorgung mit dem Schiff oder Helikopter auf das Festland gebracht.“

Experten vermuten weltweit 20 bis 25 Millionen Tonen Öl im Vorkommen Mittelplate als technisch und wirtschaftlich gewinnbare Reserven. Mindestens. Das bedeutet. dass der Förderbetrieb auf der einsamen Bohrinsel im deutschen Wattenmeer für viele weitere Jahre gesichert ist.


Quelle: Diepholzer Kreiszeitung, 27.06.2012

Umweltfreundlich und störungsfrei seit 33 Jahren – Informationen zur Bohrinsel Mittelplate

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