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17.08.2016

Schwarzes Gold im UnterallgäuWintershall hat die Probeförderung in Bedernau beendet und bereitet sie nun in Lauben vor.

Mindelheimer Zeitung vom 17.08.2016

 

Ein nächstes Kapitel hat die Kasseler Firma Wintershall bei ihrem Projekt Erdölförderung im Allgäu aufgeschlagen. Sowohl in Bedernau als auch in Lauben war das Unternehmen bei Probebohrungen auf Erdöl gestoßen (wir berichteten).

 

Inzwischen hat es - als nächsten Schritt - eine Probeförderung in Bedernau gegeben. Dort sind die Förderungsanlagen abgebaut worden. Und sie werden nun in Lauben aufgebaut. Dort wird dann demnächst die charakteristische Pferdekopfpumpe zu sehen sein. Wintershall will mit dem Start des Fördertests im August beginnen. Seit über zwei Jahren ist Wintershall, eine hundertprozentige Tochter von BASF, mit dem Vorhaben befasst, im Allgäu Öl zu fördern. Das klingt vielleicht abwegig. Ist es aber nicht. Denn auf dem Ölfeld, das zwischen Lauben und Egg an der Günz liegt, waren bereits zwischen 1958 und 1985 immerhin 13 400 Tonnen Schwarzes Gold aus der Erde geholt worden. Seinerzeit war die Förderung eingestellt worden, weil die Ölpreise fielen - und die Produktion deshalb unrentabel geworden war. Immerhin drei Prozent des Ölbedarfs der Bundesrepublik Deutschland werden über deutsche Ölquellen gedeckt - das ist so viel wie der Anteil des Öls, das die Saudis nach Deutschland liefern. Hauptlieferanten für unser Land sind Großbritannien, Russland und Norwegen.

 

Wie Wintershall-Sprecher Mark Krümpel sagte, habe das Unternehmen aktuell schon mehrere Millionen Euro im Allgäu investiert. Wie viel es genau sind, könne er aber nicht sagen. 15 bis 20 Menschen seien immer wieder an den beiden Projektorten im Einsatz. Bei dem Fördertest in Bedernau und nun bald in Lauben gehe es auch darum, die Qualität des Öls zu analysieren. "Wie hoch ist beispielsweise der Wasseranteil?", sagte er. Wie viel Öl in Bedernau bei dem Test gefördert wurde, wisse er nicht. Das Öl werde dann zum Wintershall-Standort Großaitingen bei Augsburg gebracht, um es weiterzuverarbeiten. Demnächst wird drei bis sechs Monate testweise in Lauben gefördert. Dann werden die Ergebnisse ausgewertet. Im Jahr 2017 sei eine Entscheidung möglich, ob dauerhaft im Allgäu gefördert wird.

 

Wintershall hatte außerdem im vergangenen Jahr seismische Messungen im Bereich Rot an der Rot westlich von Memmingen vorgenommen. Die Daten seien an einen externen Dienstleister weitergeleitet worden, der sie analysiert, sagte Sandra Arndt, Sprecherin von Wintershall. Die Auswertung der Daten werde wohl noch bis in den späten Herbst dauern.

 

Wintershall hat 2500 Mitarbeiter und fördert seit 80 Jahren Erdöl und Erdgas auf der ganzen Welt.

 

Quelle: Augsburger Allgemeine

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