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02.09.2014

Probebohrungen auf Allgäuer ErdölfeldernDie Probebohrung in Lauben (Unterallgäu) wurden abgeschlossen. Nun werden die Ergebnisse der Bohrung analysiert.

Lauben / Bedernau. Einen Schritt vorangekommen ist die Kasseler Firma Wintershall bei ihrem Vorhaben, die Erdölproduktion im Allgäu wieder zu beleben. So ist die Probebohrung in Lauben (Unterallgäu) vor wenigen Tagen abgeschlossen worden.

“Wir sind bis zu einer Tiefe von 1528 Metern vorgedrungen”, teilte Unternehmenssprecher Mark Krümpel unserer Zeitung mit. “Nun werden die Ergebnisse der Probebohrung analysiert. Gegen Ende des Jahres können wir dann sagen, ob sich am Standort Lauben eine längerfristige Produktion lohnt”, sagte Krümpel. In dieser Woche wird der Bohrturm abgebaut und ins wenige Kilometer entfernte Bedernau (ebensfalls Unterallgäu) gebracht, wo eine weitere Probebohrung stattfinden wird.

“Mehrere Millionen Euro”

Zwölf Tage hatte die Bohrung bei Lauben gedauert. Die genauen Kosten nannte Krümpel nicht, man könne aber getrost von “mehreren Millionen Euro ausgehen”. Auf dem Ölfeld, das zwischen Lauben und Egg an der Günz liegt, waren schon zwischen 1985 udn 1985 insgesamt 13 400 Tonnen des kostbaren Rohstoffes gefördert worden. Dann wurde die Produktion aber aufgrund zu niedriger Ölpreise unrentabel. Inzwischen gewinnt die heimische Erdölförderung im Wettlauf um die weltweiten Energierohstoffe zusehends wieder an Bedeutung. Deshalb will Wintershall sein Engagement in Süddeutschland auch wieder ausweiten.

Die Erdölproduktion in Deutschland deckt derzeit etwa drei Prozent des heimischen Bedarfs ab. Das klingt wenig, hat aber nach Angaben von Wintershall immerhin den Umfang der Erdölmenge, die Deutschland aus Saudi-Arabien bezieht. Die wichtigsten Öl-Lieferanten der Bundesrepublik sind Russland, Norwegen und Großbritannien. In der nächsten Woche werden voraussichtlich die Bohrungen in Bedernau beginnen. Die Analysen für den dortigen Standort werden ebenfalls bis Ende des Jahres dauern.  Wenn die Ergebnisse positiv sind, wäre ab 2016 eine Erdölförderung im Allgäu wieder denkbar.

Das Öl würde dann an den Wintershall-Standort Großaitingen bei Augsburg geliefert. “Von dort aus kommt es in die Raffinerien in Lingen im Emsland oder nach Wien”, sagte Krümpel. Aus Rohöl lassen sich unter anderem Benzin, Diesel, Kerosin oder Heizöl herstellen – aber auch alle möglichen Arten von Kunststpffen. Die Firma Wintershall ist eine hunderprozentige Tochter des Chemieriesen BASF. Wintershall hat 2 500 Mitarbeiter, fördert seit 80 Jahren Erdöl und Erdgas und ist nach eigenen Angaben der größte international tätige deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent. Er ist in Europa, Russland, Nordafrika, Südamerika und im Mittleren Osten tätig.

Quelle: Allgäuer Zeitung

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