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02.02.2012

NRZ: „Probebohrungen in weiter Ferne“Die NRZ berichtet über das Aufsuchungsvorhaben der Wintershall in Mühlheim. Dieses befindet sich noch in der Anfangsphase. 

Die NRZ berichtet am 02. Februar 2012:
Frühestens in einem Jahr will Wintershall entscheiden, ob in Mülheim nach Gas gebohrt wird.

Die Claims sind abgesteckt. Sie erstrecken sich vom Rheinland über das Ruhrgebiet bis Westfalen. Der Mülheimer Süden ist ein Teil des sogenannten Aufsuchungsfeldes Ruhr. Was die Firma Wintershall daran interessiert? Erstens: Gibt es hier Gasvorkommen, die in Gesteinsporen, vor allem in Schiefer, eingeschlossen sind? Zweitens: Lohnt sich die Förderung.

Lautet die Antwort beides mal ja, wird unter Hochdruck eine Mischung aus Wasser, Sand und verschiedener Chemikalien ins Gestein gepresst, wodurch Risse entstehen, durch die später das Gas hochgepumpt wird. Gegen dieses sogenannte Fracking hat sich bereits im Vorfeld ein breites Bündnis aus Bürgervereinen, Umweltschutzorganisationen und Parteien gebildet. Erst gestern Abend gab es ein großes, gut besuchtes Treffen, zu dem die Grünen eingeladen hatten. Die Stimmung war, quer über alle Parteien, einhellig: ablehnend. Viele fürchten den chemischen Cocktail, mahnen die Verschmutzung von Grund- und Oberflächenwasser an. Auch die Verschiebung von Erdschichten sei möglich, sagen Fachleute. Gas, das aus dem Wasserhahn kommt – diese Szene aus einer US-amerikanischen Dokumentation dürfte jeder schon mal im Fernsehen gesehen haben.

Aber: Drohen die Bohrungen in Mülheim überhaupt? Wie ist der aktuelle Sachstand?

Wintershall hat von der Bezirksregierung Arnsberg die Genehmigung erhalten, bis Sommer 2013 unter anderem den Bereich Ruhr zu untersuchen. Mittels Kernbohrungen, die bis 200 Meter in die Tiefe gehen, werden Gesteinsproben ans Tageslicht befördert, um sie auf den Gehalt von Gas untersuchen zu können. Aktuell werde intern geklärt, an welchen fünf Stellen des Aufsuchungsfeldes Ruhr man Kernbohrungen ansetzen will, sagt Wintershall-Pressesprecher Stefan Leunig. Der Bereich Ruhr reicht von Krefeld bis ins Sauerland.

Wird der Mülheimer Süden einer der fünf Kernbohrungsorte sein? “Das können wir erst im April sagen”, so Leunig. Bis dahin sei noch vieles zu klären: Zum Beispiel die logistischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen möglicher Orte oder auch das Einverständnis der Grundbesitzer. Sind die fünf Stellen festgelegt, wird Wintershall die Kernbohrungen beantragen. Zuständig ist dafür die Bezirksregierung Arnsberg.

Ab wann dürfte kerngebohrt werden? Frühestens ab Sommer: Die Landesregierung hat in einem Erlass festgelegt, dass erst ein Gutachten zu erstellen ist, welches die Risiken und Folgen des Fracking für die Umwelt beleuchtet. So lange sind auch der Bezirksregierung die Hände gebunden.

Wann stünde fest, ob Mülheim für das Fracking in Frage kommt? “Erst nach einer umfangreicher Analyse der Kernbohrungen”, so Leunig. Ab 2013 werde man entscheiden, ob eine Förderung von Schiefergas in Deutschland überhaupt sinnvoll wirtschaftlich und ökologisch durchgeführt werden könnte.

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