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26.09.2015

Mit Schallwellen auf Erdölsuche in der RegionWintershall will mit seismischen Messungen weitere Bohrplätze finden - Nun stehen Tests im östlichen Landkreis Biberach an

Schwäbische Zeitung vom 26.09.2015

Die Firma Wintershall ist auf der Suche nach weiteren Ölvorkommen rund um Memmingen. Wie berichtet, will das Unternehmen aus Kassel die Ölförderung in der Region wieder aufnehmen. Bis Mitte der 1990er-Jahre hatte die BASF-Tochter dort Förderstätten betrieben. Erste Testförderungen im Unterallgäu sind bereits abgeschlossen. Nun wird mithilfe von Schallwellen im Landkreis Biberach nach dem "schwarzen Gold" gesucht.

Mit sogenannten seismischen Messungen will Wintershall jetzt ein großflächiges Gebiet rund um die stillgelegten Ölfelder bei Rot an der Rot und Hauerz (siehe Infografik) untersuchen. "Mit den Messungen können wir ein genaues, dreidimensionales Abbild der verschiedenen Gesteinsschichten im Boden anfertigen", erläutert Wintershall-Sprecher Mark Krümpel und fügt hinzu: "So können wir die besten Punkte für mögliche neue Bohrfelder festlegen." Denn je mehr man über den Aufbau des Erdreichs wisse, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, bei Testbohrungen direkt auf Ölvorkommen zu stoßen.

Dreidimensionales Abbild 
Das Messverfahren funktioniert nach seinen Worten folgendermaßen: Mit sogenannten Vibrationsfahrzeugen und Signalpunkten werden künstliche Schallwellen erzeugt und in den Boden geleitet. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds werden diese Wellen unterschiedlich stark zurück an die Erdoberfläche reflektiert. Dort werden die Daten dann von Messgeräten aufgezeichnet und ausgewertet. Dieses Verfahren ermögliche ein dreidimensionales Abbild der Gesteinsschichten im Untergrund.

 

160 Kubikkilometer im Blick
Mit dieser Methode will Wintershall nach eigenen Angaben jetzt eine Fläche von rund 160 Kubikkilometern untersuchen. Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen: In den Gemeinden Tannheim, Berkheim, Rot an der Rot sowie weiteren Gebieten werden laut Krümpel seit Montag die Messpunkte festgelegt und mit Holzpflöcken und bunten Fahnen markiert.

Die eigentlichen Messarbeiten starten nach seinen Worten allerdings erst im Oktober. "Die Genehmigung des zuständigen Bergamts steht derzeit noch aus", sagt Krümpel. Insgesamt sollen die Messungen etwa fünf Monate dauern. Danach werde entschieden, ob und wo in dem untersuchten Gebiet künftig nach Öl gebohrt wird. Die Erkundungsbohrungen und Testförderungen in Lauben und Bedernau sind indes schon abgeschlossen. Die Frage, ob im Unterallgäu wieder dauerhaft Erdöl aus dem Boden gepumpt wird, bleibt allerdings noch offen. Nach Angaben des Unternehmens ist die Auswertung der Förderdaten noch nicht beendet. In den nächsten sechs Monaten will das Unternehmen prüfen, ob eine Wiederaufnahme der Erdölförderung wirtschaftlich ist.

"Kein Fracking"
Sprecher Mark Krümpel betont, dass bei einer möglichen Wiederaufnahme der Ölförderung in der Region keine Fracking-Technologie zum Einsatz komme. Bei dieser umstrittenen Methode werden Chemikalien in den Boden eingelassen, um Öl zu fördern.

Quelle: Schwäbische Zeitung

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