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17.07.2013

Kreiszeitung: Türkisfarbenes Licht erhellt den NachthimmelFortschritte bei der Erdgasbohrung Barrien 15 T bei Weyhe – die Kreiszeitung gibt einen informativen Einblick über die Arbeiten der Wintershall vor Ort. Und erklärt, warum eine besondere Bohrturm-Beleuchtung für Mensch und Tier sinnvoll ist.

Leeste – von Sigi Schritt. Wer am Abend oder in der Nacht durch die Wesergemeinde spazierengeht, dem fällt sicherlich ein türkisfarbenes Licht auf, das einen Turm erhellt. Der Turm gehört zum BASF-Tochterunternehmen Wintershall, das in Leeste nach Gas bohrt (wir berichteten). Das farbige Licht ist nicht etwa eine künstlerische Spielerei, wie manche glauben mögen, sondern hat erheblichen ökologischen und praktischen Nutzen, wie Wintershall-Sprecher Mark Krümpel auf Anfrage mitteilt. Das Bohrteam kann damit besser sehen als bei üblichem Neon-Licht.

„Die besondere Beleuchtung des Bohrplatzes ist für Mensch und Tier weniger auffällig als bei weißem Licht“, erklärt Krümpel. „In der Nacht ist das menschliche Auge mit Abstand nämlich am sensibelsten für Licht aus dem grünen Farbspektrum.“ Das bedeutet: Im Vergleich zwischen weißem Neon-Licht und dem türkisfarbenen Licht punktet dieses farbige Licht gleich mehrfach. Bei gleicher Wattzahl empfinden etwa der Bohrmeister und sein Team das türkisfarbene Licht heller als die Strahlkraft von weißen Lampen. Da diese Hightech-Leuchtstoffröhren bei der Lichterzeugung mit einer Frequenz von 2,65 MHz arbeiten, könnte das Bohr-Team sogar drehende Teile „mit einer hervorragenden Tiefenschärfe“ erkennen. Im Lichtspektrum sind weder ultraviolette Anteile zu finden, die Insekten anziehen, noch gibt es einen Rot-Anteil, der Vögel anlocken würde.

Das Licht sei deshalb notwendig, weil die Anlage 24 Stunden durchläuft. Die Arbeiten wurden nur zwei Mal kurzzeitig unterbrochen: Einmal, weil ein Mitarbeiter bei einem Arbeitsunfall eine Prellung an der Schulter erlitten hatte, und ein anderes Mal aufgrund einer technischen Neueinstellung am Bohrturm. „In beiden Fällen konnten die Arbeiten nach kurzer Zeit wieder aufgenommen werden“, so Krümpel. Dennoch werde der für Ende Juli geplante Abschluss der Bohrung nicht eingehalten werden können. Das Team sei derzeit in einer „geologisch anspruchsvollen Schicht“. Der Meißel komme langsamer voran als geplant, begründet Krümpel die Verlängerung. „Wir setzen die Bohrung noch bis zur geplanten Endteufe fort. Die Bohrlochlänge beträgt dann 2 690 Meter (Am vergangenen Freitag: 2 300 Meter). Das entspricht einer Tiefe von 2 375 Metern.“ Der Turm befindet sich zwar in Leeste, doch die drei Rollen-Meißel und die zwei sogenannten polykristallinen Diamantbohrkronen (Durchmesser: 12-1/4-Zoll und 8-1/2-Zoll) arbeiten sich vertikal und horizontal durch die Gesteinsschichten nach Lahausen.

Der Aufschlagspunkt befindet sich direkt unter der Straße „Am Wasserturm“.

Wenn die Arbeiten beendet sind, wird der Bohrturm sowie die Schallschutzwand demontiert und die Gasleitung an den etwa 100 Meter entfernten Wintershall-Betriebsplatz angeschlossen, so Krümpel.

Quelle: Kreiszeitung.de

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