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21.10.2013

Im Diepholzer Kreisblatt: Mehr als 100 Einsatzkräfte bei Großübung auf Wintershall-GeländeMehrere Ortsfeuerwehren übten zusammen mit Wintershall den Ernstfall in Barnstorf. Verschiedene Gefahren-Szenarien hielten die Einsatzkräfte auf Trab – das Fazit am Ende war positiv. 

Barnstorf. Ungewöhnlicher Einsatz für die Ortsfeuerwehr Barnstorf: Nachdem eine Rauchentwicklung über dem Betriebsplatz der Wintershall in Barnstorf beobachtet werden konnte, wurden die Brandschützer am Sonnabend gegen 9.30 Uhr per Sirenenalarm zum Gelände an die Rechterner Straße gerufen. Als die Einsatzkräfte zusammen mit der Werkfeuerwehr der Wintershall eintrafen, war schnell ersichtlich, dass es sich hier um eine Übung handelte. Diese sollte im weiteren Verlauf jedoch eine größere Dimension annehmen. Es war ein spannendes Szenario, das sich dem Barnstorfer Ortsbrandmeister und Einsatzleiter Heiko Schmidt nach einer ersten Erkundung der Lage bot: Ein Tank in der Erdölaufbereitung war in Brand geraten. Außerdem befanden sich zwei Jugendliche auf dem Dach eines benachbarten Tanks, zu dem sie sich unberechtigt Zugang verschafft hatten. Beim Fluchtversuch hatte sich einer der Jugendlichen eine offene Beinfraktur zugezogen und konnte sich nicht mehr selbstständig vom Tankdach befreien. Geschockt von diesem Anblick, konnte auch der zweite, unter Alkoholeinfluss stehende Jugendliche das Dach nicht mehr aus eigener Kraft verlassen.

Der Einsatzleiter forderte die Drehleiter aus Diepholz für die Menschenrettung an. Doch damit war es nicht getan. Aufgrund der Gefahrensituation wurde die Alarmstufe B1 ausgelöst und somit die Ortsfeuerwehren aus Aldorf, Dreeke, Drentwede, Eydelstedt und Rechtern zur Unterstützung angefordert. Während sich die ersten Feuerwehrkameraden um die Verletzten kümmerten, wurde die Wasserversorgung aufgebaut und die Tankberieselung durch die Werkfeuerwehr aktiviert. Den unverletzten Jugendlichen konnte die Feuerwehr über die Aufstiegsleiter am Tank durch die Feuerwehr retten, die zweite Person musste hingegen mit Hilfe der Drehleiter vom Dach evakuiert werden. In luftiger Höhe kam dann aber eine Puppe, ein so genannter Dummy, zum Einsatz, der bei Übungszwecken vorgeschrieben ist. Um die weitere Behandlung der Personen kümmerten sich Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes.

Doch dann überschlugen sich plötzlich die Ereignisse: Während die Feuerwehr den mächtigen Tank mit einem Wasserwerfer ablöschte und das gesamte Tankfeld beschäumte, meldete die Messwarte aus Rehden, dass ein komplett gefüllter Reinöltank durch die Wärmeausdehnung überzulaufen drohte. Auch hierbei war schnelles Eingreifen gefragt, um eine Eskalation der Situation zu verhindern. Für die mittlerweile weit mehr als 100 Beteiligten an der Übung galt es somit, teils unter schwerem Atemschutz, zahlreiche Szenarien zu bewältigen, was unter aufmerksamer Beobachtung von Führungskräften aus Reihen der Feuerwehr und der Wintershall stattfand. Gegen 11 Uhr kam das Kommando zum Übungsende. Die Arbeit war damit aber noch nicht getan. Die Feuerwehr musste mehr als 2000 Meter Schlauchleitung aufnehmen, die im Laufe des Vormittags verlegt worden war. Um die sofortige Einsatzfähigkeit der Ortsfeuerwehren wieder herzustellen, tauschten Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Wehrbleck die benutzten Schläuche und leeren Atemschutzflaschen direkt am Einsatzort aus.

Ein abschließender Imbiss für alle Einsatzkräfte und Mitwirkenden bot Gelegenheit zu einer ersten Manöverkritik. Alexander Steigerwald, Betriebsleiter für die norddeutsche Öl- und Gasproduktion, nutzte diese Gelegenheit, um sich für den gelungenen Ablauf der Übung zu bedanken. Er lobte die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte und verband dieses mit dem Wunsch, sich hoffentlich nur bei Übungen in einem solchen Rahmen treffen zu müssen.

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