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07.02.2012

HNA: „Ölförderland Deutschland – 2,5 Prozent des Bedarfs decken heimische Vorkommen“Die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine berichtet am 07. Februar 2012 über die Aktivitäten der deutschen Erdölproduzenten.

Ölförderland Deutschland – 2,5 Prozent des Bedarfs decken heimische Vorkommen.

Kassel – ‘Sensationeller Ölfund in der Niederlausitz’ lautete unlängst eine vielbeachtete Schlagzeile. Bei Goyatz unweit von Frankfurt/Oder haben Experten des deutsch-kanadischen Förderunternehmens Central European Petroleum GmbH in 2800 Meter Tiefe ein Ölfeld entdeckt, das 15 Millionen Tonnen Rohöl enthalten soll. Davon soll nach heutigem Stand der Technik ein Drittel förderbar sein.

Wenn die Bohrprofis der deutsch-kanadischen Gesellschaft richtig liegen, könnten dort einmal fünf Mio. Tonnen des wertvollen Rohstoffs gewonnen werden. Das entspricht der doppelten Jahresfördermenge in Deutschland. Denn im rohstoffarmen Deutschland werden immerhin 2,5 Mio. der jährlich benötigten knapp 100 Mio. Tonnen gewonnen. Das schwarze Gold sprudelt vor allem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, aber vereinzelt auch in Pfalz sowie in der Nähe von Augsburg. Das größte deutsche Ölfeld befindet sich im Wattenmeer in Schleswig-Holstein und heißt Mittelplate. Dort werden gut 60 Prozent der im Inland geförderten Rohölmenge gewonnen. Es wird von der Kasseler Wintershall AG und RWE Dea betrieben. Die Kasseler sind übrigens der größte Rohölproduzent im Inland. 40 Prozent der hierzulande geförderten Menge entfällt auf Wintershall.

Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe betragen die zu aktuellen Marktpreisen förderbaren Erdölreserven rund 41 Mio. Tonnen. Hinzu kommen weitere 20 Mio Tonnen, deren Gewinnung derzeit aber technisch und wirtschaftlich uninteressant sind.

Und die Förderung wird immer aufwändiger, weil der Rohstoff in großen Tiefen und schwer zugänglichen Bodenformationen liegt. Gleichzeitig werden die Fördertechniken aber immer besser, und steigende Ölpreise machen die heimischen Vorkommen zunehmend attraktiver. Die deutschen Vorkommen sind aber auch aus einem weiteren Grund wichtig für die Förderindustrie. ‘Die deutsche Aktivitäten steigern unsere technische Kompetenz beachtlich. Das Wissen, das Wintershall bei der Exploration in Deutschland gewinnt, fließt auch in internationale Projekte’, sagt Unternehmenssprecher Stefan Leunig.

Bedeutende Gasproduktion

Während die deutschen Erdölvorkommen im internationalen Vergleich eher bescheiden sind, hat die heimische Erdgasgewinnung eine deutlich größere Bedeutung. Etwa 13 Prozent des jährlichen Erdgasbedarfs von knapp 100 Mrd. Kubikmetern stammen aus heimischer Produktion. Das Gas wird ganz überwiegend in Niedersachsen in einem 150 Kilometer breiten Streifen zwischen der niederländischen Grenze im Westen, der Elbe im Osten, Bremen im Norden und Hannover im Süden gewonnen. Wintershall ist mit einem Anteil von sieben Prozent viertgrößter Erdgasförderer im Inland. Das Gas wird zunehmend im umstrittenen Fracking-Verfahren gewonnen (siehe Hintergrund). Die deutschen Gasreserven werden mit 136 Mrd. Kubikmetern, also dem 1,4-fachen eines Jahresverbrauch angegeben.

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