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17.11.2016

Hier fließt Öl und sprudelt GeldDer Erdölbetrieb am Lechfeld ist ein kleines Schmuckkästchen im großen, weltweiten Energiegeschäft.

© Augsburger Allgemeine / Schurian

Augsburger Allgemeine vom 17.11.2016

Von Pitt Schurian

Großaitingen Sophie Oberbichler liebt ihr Erdöl. Die Bergbauingenieurin zeigt es in einem kleinen Glasfläschchen im Konferenzraum des Ölförderbetriebs bei Großaitingen. Sie ist hier im Süden des Augsburger Landes die Chefin eines Zehn-Mann-Betriebes. Für das international tätige Förderunternehmen Wintershall mit Sitz in Kassel ist diese kleine Niederlassung ein echtes Schmuckkästchen. 

Das liegt vor allem an der großen Wirtschaftlichkeit. Zwar kommt von dem Ölfeld zwischen Schwabmünchen, Kleinaitingen und Großaitingen nur ein Bruchteil dessen, was Wintershall in der Nordsee, in Norwegen oder Übersee an Öl und Gas produziert, aber das Fördergebiet Aitingen gilt als höchst effektiv. Seit 1979 wird hier Erdöl gefördert. Rund um die Uhr fließt es aus elf Bohrlöchern in kleinen Pipelines zum Ölbetrieb an der Bahnlinie. 

Etwa hundert Tonnen kommen jeden Tag zusammen. Im Jahr macht dies zwischen 30 000 und knapp 42 000 Tonnen Erdöl aus - und die Tendenz ist steigend. Im Betrieb Aitingen werden Öl, Gas und Förderwasser getrennt. 

Das aus 1,2 Kilometer Tiefe stammende Erdöl entstand vor etwa 185 Millionen Jahren durch Umwandlungsprozesse organischer Stoffe unter hohem Druck und Temperatur. Dieses organische Material hatte sich in einem Urmeer, welches an der Stelle der heutigen Region existierte, abgelagert. Daraus ist schließlich Öl entstanden. Mit ihm steigt bei der Förderung eine Mischung aus Meer- und Süßwasser hoch. Diese ist kaum salzhaltig, dafür mit Kohlenwasserstoff durchsetzt und ungenießbar. Es wird zurück in die Lagerstätte geschickt. 

Das Erdgas nutzt der Betrieb zur Eigenversorgung mit Strom und Wärme. Der Rest strömt ins Netz von Erdgas Schwaben und reicht umgerechnet, um etwa 200 Einfamilienhäuser dauerhaft zu versorgen. Das Erdöl wird gereinigt und in Güterwaggons gefüllt. Ein langer Zug mit etwa 16 Wagen rollt damit einmal wöchentlich von Großaitingen zu einer Raffinerie in Niedersachsen. 

Sophie Oberbichler schwärmt fast, wenn sie von der dunklen Flüssigkeit in ihrem Gläschen spricht: "Dieses Öl ist super." Dünnflüssig und relativ leicht zu fördern, zudem gut geeignet für eine Verwendung in der chemischen Industrie. Wohin das Erdöl aus dem Augsburger Land fließt, wenn es in der Raffinerie im Emsland aufbereitet wurde, lässt sich allerdings nicht nachverfolgen. Es könnte in Smartphones stecken, in den Rotorblättern eines Windrades oder doch einfach nur in einem Automotor verpuffen. 

Inzwischen herrscht neue Freude im Ölbetrieb Aitingen. Die jüngste Bohrung traf ihr Ziel in einer von Lehm abgedichteten Sandschicht, mehr als 1200 Meter unter dem Ortsrand von Kleinaitingen. Rund zwei Millionen Euro soll allein diese Bohrung gekostet haben. Ob sich das rechnen wird und ob die Fördermenge nochmals steigt, das müssen erst Messungen während der kommenden Wochen zeigen. 

Denn der für den Laien trocken wirkende Sandstein gibt das in ihm aufgesogene Öl nicht schlagartig frei. Vielmehr ist es der Druckunterschied zwischen der Erdtiefe und dem Bohrloch, der es heraustreten lässt. Dazu muss der Sandstein porös genug sein - und das weiträumig. Sonst ist es mit der Förderung auch gleich wieder vorbei. Doch die Fachleute von Wintershall kennen die Erdschichten im Süden des Augsburger Lands seit über 35 Jahren durch viele seismische Messungen und Probebohrungen. Nicht jede Bohrung war ein voller Erfolg, aber die Trefferquote ist weit überdurchschnittlich. Den Geologen steht sogar ein 3D-Modell der Tiefen unter der Region zur Verfügung. Hier können sie mit Spezialbrillen den einzelnen Schichten nachgehen und weitere geeignete Förderstellen suchen. 

Das ist hilfreich, denn seit 2005 steigert das Unternehmen die Förderung aus dem Ölfeld immer wieder. Längst weiß man, dass es weit über das Lechfeld hinausragt und in Süddeutschland kein Einzelfall st. 

Auch unter dem Unterallgäu und Oberschwaben ist Erdöl seit Jahrzehnten nachgewiesen. Doch nirgendwo fließt es schon so lange, ununterbrochen und in steigendem Maß wie aus der Lagerstätte Aitingen. 

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