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04.04.2014

Erdöl finden, ohne zu bohrenEine Gruppe internationaler Studenten erlebt bei Wintershall in Emlichheim wie Feld-Messmethoden in der Praxis eingesetzt werden. Wintershall unterstützt sie auch beim Auswerten der Daten.

Roger Clark, Professor Uni Leeds, mit Studenten bei einer Messung mit einem Fallgewicht auf einem Feldweg. (v.l. vorne) Roger Clark, Matthias Schäfer (Wintershall) und Dr. Kabir Roy-Chowdhury, Associated Professor Universität Utrecht.

Auf dem Wintershall-Erdölfeld bei Emlichheim herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb: Dutzende junger Geophysiker aus aller Welt erleben unter Realbedingungen, wie Feld-Messmethoden funktionieren. Die GN haben sich das Treiben angeschaut.

Emlichheim. Gespannt blickt Anna Stanzel auf den Computerbildschirm. Zusammen mit ihrem Kollegen Jude Osimobi aus Nigeria sitzt die junge Österreicherin in einem Messwagen nahe der niederländischen Grenze bei Emlichheim und überwacht die Abwicklung einer Tiefenseismik: Das Vibrationsfahrzeug in der Nähe schickt Schallwellen ins Erdreich, die an den Grenzen verschiedener Bodenschichten reflektiert werden. Durch das damit gewonnene Abbild der Bodenstruktur erhoffen sich die Jungwissenschaftler Aufschluss über Erdölvorkommen an diesen Stellen.

Wie Anna Stanzel und Jude Osimobi sind aktuell weitere 30 Studenten, Doktoranden und Berufsanfänger der Geophysik unterwegs auf den Wintershall-Betriebsflächen in der Niedergrafschaft. In Zusammenarbeit mit dem Emlichheimer Standort der Erdölwerke veranstaltet die European Association of Geoscientists and Engineers (EAGE) ein Bootcamp für junge Geowissenschaftler, um ihnen Feld-Messmethoden in der Praxis nahezubringen. Dabei erleben die Teilnehmer neben der Seismik auch andere Verfahren oder spezielles Know-how wie die Ortung per Satellit. In Teams mit je vier Leuten ist die Gruppe eine Woche lang im Einsatz. Die täglich wechselnden Aufgaben werden von erfahrenen Leitern betreut, darunter Professoren der britischen Universität Leeds und dem Imperial College London. Ab Montag durchlaufen 30 neue Teilnehmer das Bootcamp, sodass die Aktion insgesamt 14 Tage umfasst. So lange prägen allerlei Gerätschaften, Menschen mit Warnwesten und ein Bürocontainer als “Basis-Camp” das Landschaftsbild. “Angewandte Geophysik bedeutet, in die Erde hineinzuschauen, ohne zu bohren”, erklärt Dr. Kabir Roy-Chowdhury. Der 69-Jährige war bis zu seiner Pensionierung Professor an der Universität Utrecht und ist für die Zeit des Bootcamps als Projektleiter tätig. Ständig hat er sein Funkgerät dabei, denn bei ihm laufen die Fäden zusammen. Nicht nur auf den Wintershall-Flächen sind die jungen Leute unterwegs, auch in Bad Bentheim und am Kloster Frenswegen, wo ihre Unterkunft ist, nehmen sie Untersuchungen vor, zum Beispiel mit Bodenradar-Technik. Das hat mitunter positive Nebeneffekte – beim Kloster jedenfalls ist man erfreut: “Für uns ist das eine Gelegenheit, zu möglicherweise neuen Erkenntnissen über alte Bausubstanzen, Mauer- und Brunnenreste zur gelangen”, sagt Birgit Veddeler von der Kloster-Stiftung. Die jungen Frauen und Männer stammen aus allen Teilen der Welt: unter anderem aus Großbritannien, Deutschland, Österreich, Saudi-Arabien und verschiedenen afrikanischen Staaten. Die Verkehrssprache ist daher Englisch. Für die Teilnahme am Bootcamp, das in dieser Form zum ersten Mal auf deutschem Boden stattfindet, sind theoretische Kenntnisse aus dem Studium verpflichtend. “Das ist kein Anfängerunterricht”, sagt Roy-Chowdhury. Abgesperrte Straßen für die Messungen gibt es nicht. “Wir haben hier Realbedingungen”, sagt Matthias Schäfer, stellvertretender Betriebsleiter von Wintershall in Emlichheim. Die jungen Wissenschaftler müssen sich etwa mit vorbeifahrenden Kontrollfahrzeugen abstimmen, ehe sie die Schallwellen in den Boden schicken. Zum authentischen Arbeiten gehört darüber hinaus, die Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutzbedingen zu berücksichtigen, welche laut Schäfer in der Ölförderung größte Wichtigkeit haben. Regelmäßig sucht außerdem ein Vogelkundler die Arbeiten auf, weil auf den Betriebsflächen einige Brutpaare nisten.

Neben der notwendigen Infrastruktur stellt Wintershall eigene Daten bereit, die die Bootcamp-Teilnehmer mit ihren Messergebnissen abgleichen können. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen um die Genehmigung des Projekts gekümmert, die das Landesbergamt nun für die kommenden sieben Jahre erteilt hat. Roy-Chowdhury und Schäfer hoffen daher, dass das Camp nun jährlich stattfinden kann. Für Wintershall ist das Projekt nämlich auch insofern interessant, als unter den gut ausgebildeten Teilnehmern die eine oder andere Nachwuchs-Fachkraft für den Erdölbetrieb sein könnte. Bislang ist Matthias Schäfer äußerst zufrieden: “Die jungen Leute sind sehr diszipliniert und gut organisiert.” Bei der Gemeinde und den Anwohnern bedankt er sich für die Unterstützung und das Verständnis für die Aktion.

Der Tag für die Bootcamp-Arbeiter ist lang. Von 8 bis 16.30 Uhr sind sie unterwegs, danach fallen Auswertungen und Reflexionsgespräche an. Auch mit den Verantwortlichen von Wintershall stehen die Studenten und Doktoranden im regelmäßigen Austausch, um für eine hohe Transparenz zu sorgen. Trotz aller Anstrengungen sind die Wissenschaftler begeistert. Master-Studentin Anna Stanzel kennt zwar praxisnahe Übungen. “Aber in solch einem industriellen Maßstab ist das für mich die erste Erfahrung”, sagt sie.

Quelle: Grafschafter Nachrichten, Sebastian Hamel (04.04.2014)

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