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10.02.2014

(dpa) „Freiberger Professor gegen Fracking-Verbot“Bohr-Experte Mohammed Amro plädiert im dpa-Interview für einen sachlichen Umgang mit dem Thema Fracking. Weitere Forschung um das Verfahren noch sichererer zu machen sei bereits im Gange. 

Beim Thema Fracking geht die Angst um. Die Fördertechnologie steht in dem Ruf, umweltschädlich zu sein. Ein Freiberger Professor hält sie für weniger gefährlich als gedacht – aber auch nicht für ein Wundermittel.

Freiberg (dpa/sn) - Deutschland darf sich den Zugang zu seinen Gas-Lagerstätten aus Sicht des Freiberger Bohr-Experten Mohammed Amro nicht selbst versperren. Das umstrittene Fracking sollte daher nicht verboten werden, sagt der Professor der Technischen Universität Bergakademie Freiberg im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Frage: In den vergangenen Monaten ist viel von der Gefährlichkeit des Frackings bei Förderung von Erdgas gesprochen worden. Wie gefährlich ist das Verfahren aus Sicht des Wissenschaftlers? 

Antwort: Das kommt ganz darauf an, wo gefrackt werden soll und wie die Arbeiten vorbereitet werden. Bei dem Verfahren werden eine Flüssigkeit und Sand in tief liegendes, undurchlässiges Gestein oder auch Ton gepresst, in denen der hohe Druck sogenannte Klüfte, Risse verursacht. Dort kann das Erdgas oder auch Erdöl dann entlang strömen und gefördert werden. In Tiefen von etwa 1000 Metern bis zu 4000 Metern halte ich das Verfahren durchaus für sinnvoll und auch sehr sicher, denn es gibt eine sichere Abdeckung durch Ton- und Salzgesteine nach oben in die grundwasserführenden Schichten. Zuvor muss natürlich der Untergrund genau untersucht werden, ob er geeignet ist. Wir dürfen von der Technologie aber auch keine Wunderdinge erwarten. Für eine Euphorie wie in den USA gibt es keinen Grund.

Frage: Kritiker wenden ein, dass beim Fracking das Grundwasser verunreinigt werde, Gas entweiche und seismische Erschütterungen, kleine Beben, ausgelöst werden könnten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will Fracking nicht mehr zulassen.

Antwort: Die Diskussion sollte sachlich bleiben. Wo die Gefahr einer Verunreinigung von Grund- oder Oberflächenwasser besteht, darf natürlich niemals gefrackt werden, denn wo Frackflüssigkeiten aufsteigen können, kann auch Gas aufsteigen. Das kann unter Umständen bei flach liegenden Schiefergas-Vorkommen der Fall sein, wie uns aus den USA berichtet wird. Die Gefahr seismischer Erschütterungen können beim Fracking im Festgestein wie Granit auftreten, wie es etwa im Elsaß in Sulz unterm Wald (Soultz-sous Forets) der Fall war. Erdöl- und Erdgaslagerstätten liegen aber in Sedimentgesteinen, in denen die seismischen Wellen stark gedämpft werden. Wir arbeiten übrigens auch an der Entwicklung sogenannter grüner Frack-Chemikalien, die umweltverträglich sind. Damit wird das Verfahren noch sicherer.

Frage: Dennoch: Umweltverbände fordern gar ein Fracking-Verbot.

Antwort: Ich bin dagegen, Fracking zu verbieten. Bei sogenannten unkonventionellen Lagerstätten kommen wir auf eine andere Weise gar nicht an das Gas, weil das Gestein ja nicht von allein durchlässig wird. In Deutschland wird das Verfahren schon seit den 1960er-Jahren in der Erdöl- und Erdgasgewinnung angewendet, sicher schon mehr als 300 Mal. Mir sind bisher keine Fälle bekannt, bei denen das Grundwasser geschädigt wurde oder schädigende seismische Erschütterungen aufgetreten wären. Wir haben ein großes technologisches Wissen und das sollten wir nicht verspielen. Wir müssen das Verfahren weiterentwickeln und noch sicherer machen. Es kann eventuell eine Umweltverträglichkeitsprüfung in der Planungsphase vorgeschrieben werden.

Wir brauchen für das Fracking aber kein neues Gesetz. In den Bundesberg- und -wasserhaushaltgesetzen ist meines Erachtens alles Wesentliche geregelt. Wir sollten uns durch ein generelles Verbot nicht den Weg versperren, heimische Gas-Vorkommen bei Bedarf zu fördern. Das technisch förderbare Potenzial der Gaslagerstätten in Deutschland dürfte bei bis zu 2300 Milliarden Kubikmetern liegen. Das könnte den Gasbedarf von etwa 13 Jahren decken.

ZUR PERSON: Professor Mohammed Amro (53) ist seit 2013 Direktor des Institutes für Bohrtechnik und Fluidbergbau an der TU Bergakademie Freiberg. Zuvor hat er unter anderem an der «King Saud University» in Riad in Saudi-Arabien gelehrt und als Bohringenieur im Emirat Katar gearbeitet. Geboren wurde er 1960 in Hebron in Palästina. An der TU Clausthal (Niedersachsen) hat er Bergbau studiert.

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