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20.11.2014

Deutschland macht den Weg für Fracking freiDie Bundesregierung weicht ihre Pläne für ein Fracking-Verbot auf. Gas und Öl aus Schiefergestein dürfen künftig auch in Deutschland unter bestimmten Bedingungen gefördert werden. Wann geht es los? Und gibt es Folgen für die Umwelt? Die wichtigsten Antworten.

Der jahrelange Streit um das Fracking dürfte in Deutschland bald der Vergangenheit angehören. Seit Mittwoch liegt ein Gesetzentwurf vor, der nun unter den Ministerien abgestimmt wird. Noch in diesem Jahr soll er vom Bundeskabinett verabschiedet und dem Parlament zugeleitet werden.

Fracking ist ein Verfahren, mit dem in tiefen Gesteinsschichten gebundenes Gas und Öl so weit gelockert wird, dass es gefördert werden kann. Dafür werden mehrere tausend Meter tiefe Bohrungen angebracht, durch die Wasser und Sand unter hohem Druck in das Gestein gepresst und damit gesprengt („gefrackt“) werden. Chemische Zusätze sorgen dafür, dass das Gestein offen bleibt und das Öl oder Gas an die Oberfläche fließen kann. Die Industrie behauptet, künftig könne auch ohne chemische Zusätze gebohrt und gesprengt werden.

Je nach der Art des Gesteins werden zwei Methoden des Frackings unterschieden: zum einen das „konventionelle“ Fracking von „tight Gas“, dessen Lager nur einmal „geknackt“ werden müssen, damit das Gas an die Oberfläche steigt. Dieses „tight Gas“ liegt meist tiefer als 3000 Meter, es wird schon seit Jahrzehnten mit dieser Methode in Norddeutschland gefördert. Bei der zweiten Methode des „unkonventionellen Frackings“ bedarf es mehrerer Bohrungen und Sprengungen, um an die in Schiefer- oder Kohleflözgestein gebundenen wertvollen Rohstoffe zu kommen. Sie liegen meist nicht so tief, in Deutschland kommen sie ab 2000 Meter Tiefe vor.

Was ist problematisch am Fracking?

Die größten Sorgen macht der Wasserschutz. Zwar liegen die grundwasserführenden Schichten, aus denen das Trinkwasser gewonnen wird, meist wenige Dutzend Meter unter der Oberfläche und damit viel höher als die öl- und gashaltigen Gesteinsschichten, die meist 2000 Meter und tiefer liegen. Deshalb können sie durch das Fracking an sich auch kaum in Mitleidenschaft gezogen werden. Allerdings werden die grundwasserführenden Schichten beim Bohren durchstoßen. Hier könnte es zu Verunreinigungen kommen. Der zweite Punkt sind die heute noch notwendigen Chemikalien, die beim Fracken eingesetzt werden. Solche „Einträge“ will man möglichst grundsätzlich vermeiden. Wichtiger und für die Umwelt gefährlicher ist das Wasser, das aus der Bohrung zurückkommt: Da ist zum einen das eingesetzte Wasser, das als Sand-Wasser-Chemie-Gemisch („flow back“) zurückkommt, aufgefangen und entsorgt werden muss. Zum anderen kommt Wasser an die Oberfläche, das seit Millionen von Jahren im Erdreich gelagert war und dort Schwermetalle und andere Stoffe aus der Erdkruste aufgenommen hat. Es soll wieder verpresst werden. Auf jeden Fall soll aber wie beim „flow back“ eine Verbindung mit dem Oberflächen- und Grundwasser vermieden werden.

Wie war die Rechtslage bisher?

Grundsätzlich ist das Fracken nach dem Bergrecht bisher nicht untersagt, allerdings gelten strenge Umweltschutzvorschriften. Deren Einhaltung wird von den Landeswasserbehörden überwacht. In Erwartung neuer Vorschriften sind in den vergangenen Jahren keine Erlaubnisse für Bohrungen mehr erteilt worden.

Was ändert sich?

Der Schutz von Gesundheit und Trinkwasser werden hervorgehoben. Verboten wird Fracking jeglicher Art in Wasserschutzgebieten, Heilquellenschutzgebieten und Einzugsbereichen von Talsperren und Seen, die unmittelbar der Trinkwassergewinnung dienen. Die Länder können das Verbot auf Trinkwassergewinnungsgebiete ausweiten. Fracking kann von der Bergbehörde nur mit Zustimmung der Wasserbehörde zugelassen werden. Das (bisher schon erprobte) Fracking von „tight Gas“ unterhalb von 3000 Metern bleibt unter schärferen Umweltauflagen erlaubt. Fracking oberhalb von 3000 Metern ist zwar untersagt, aber nur solange es sich nicht um wissenschaftliche Probebohrungen handelt und wenn die eingesetzte Frackingflüssigkeit nicht wassergefährdend ist. Verlaufen die Probebohrungen erfolgreich, kann kommerzielles Fracking genehmigt werden. Vorher muss eine unabhängige, aus sechs Wissenschaftlern von Institutionen und Behörden besetzte Kommission mit Mehrheit erklären, dass die Förderung für Umwelt und Wasser unbedenklich ist. Unter der Voraussetzung kann die Landesbehörde zustimmen, sie muss es aber nicht.

Ab wann gilt das?

Die Expertenkommission soll Mitte 2018 – also nach der nächsten Bundestagswahl – ihre Arbeit aufnehmen. Damit könnten frühestens 2019 die ersten Bohrungen für wissenschaftliche Zwecke niedergebracht werden. Ein neuer Beschluss des Bundestages über die Zulässigkeit des Frackings im Jahr 2021, der zunächst geplant war, soll damit entfallen. Allerdings sind der Gesetzgeber und eine neue Koalition auch hier frei, ein neues Gesetz mit neuen Vorgaben zu beschließen.

Warum ist das Fracking so umstritten?

Die Förderung ist quer durch alle Parteien umstritten. Ein erster Anlauf für eine gesetzliche Regelung war in der ersten großen Koalition 2009 am Widerstand aus der CSU gescheitert. Später, zu Zeiten von Schwarz-Gelb, gab es Widerstände aus der CDU, besonders stark vom Bodensee und aus Westfalen. Grüne und Umweltverbände votieren seit langem für ein komplettes Verbot der Technologie. Dabei geht es ihnen nicht nur um den Wasserschutz – sie wollen auch verhindern, dass weitere fossile Energierohstoffe eingesetzt werden, weil damit die Klimabilanz geschädigt würde. Auch die Landwirte sind gegen das Fracking und argumentieren mit dem Gewässerschutz. Das hindert sie und ihre Interessenvertretung aber nicht daran, gegen schärfere Verordnungen für das Verspritzen nitrathaltiger Gülle, die das Grundwasser verunreinigt, auf die Äcker zu kämpfen. Auf der anderen Seite stehen wenige Wirtschaftspolitiker und Unternehmen und ihre Verbände, die sich wirtschaftlichen Ertrag aus der Förderung erhoffen, auch eine größere Sicherheit und Unabhängigkeit der Gasversorgung von Russland.

Als leuchtendes Beispiel wird immer wieder Amerika genannt, wo die Gas- und Ölförderung durch Fracking in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. In der Folge sind die Energiepreise dort stark gesunken, das Land wird vom Öl- und Gas-Importeur zum -Exporteur. Allerdings sind die geologischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen in Amerika nicht mit denen in Deutschland und Europa zu vergleichen. Ob die Gasproduktion durch Fracking in Deutschland in großem Stil wirtschaftlich betrieben werden kann, muss sich erst noch weisen. Die großen Fördergebiete liegen vor allem in Niedersachsen. Das rot-grün regierte Land, das an der Förderung Geld verdient, ist deshalb auch daran interessiert, dass die Produktion nicht zum Erliegen kommt.

Quelle: "Frankfurter Allgemeine" www.faz.net

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