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09.02.2012

Bremer Nachrichten: „Bergamt fordert zusätzliche Gutachten als Reaktion auf Benzol-Verseuchung“Die Bremer Nachrichten berichten am 09. Februar 2012 über Lagerstättenwasseraustritte im nördlichen Niedersachsen. Wintershall geht davon aus, dass ihre Lagerstättenwasserleitungen dicht sind.

Bergamt fordert zusätzliche Gutachten als Reaktion auf Benzol-Verseuchung

Erdgasunternehmen müssen bis zum 28. Februar nachweisen, dass ihre Kunststoffleitungen für den Transport von Lagerstättenwasser ausreichend diffusionsdicht sind. Anderenfalls müssen sie die Leitungen stilllegen und aus dem Boden entfernen. In Söhlingen, Hengstlage und Langwedel-Völkersen hatte krebserregendes Benzol aus Lagerstättenwasserleitungen Böden und zum Teil Grundwasser verseucht.

Langwedel-Völkersen – Bei der Erdgasförderung kommt mit dem Gas auch sogenanntes Lagerstättenwasser an die Erdoberfläche. Es enthält unter anderem giftiges Quecksilber und krebserregendes Benzol. In Söhlingen (Kreis Rotenburg), Hengstlage (Kreis Oldenburg) und Völkersen (Kreis Verden) gelangten diese Stoffe in den Boden und zum Teil ins Grundwasser. Ursachen waren mechanische Leckagen – und Diffusion. Dabei durchdringen Benzol-Moleküle in einem langwierigen physikalischen Prozess die Wand des Kunststoffrohres. Haben die Energieunternehmen jahrelang ungeeignete Rohre zum Transport des belasteten Lagerstättenwassers eingesetzt?

“Dass sich Benzol und Polyethylen nicht vertragen, ist seit Jahrzehnten Lehrbuchwissen”, sagt Sybille Planitz-Penno, Kunststoff- und Chemieexpertin an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Benzol reichere sich an der Wand des Kunststoffrohres an und dringe dann ganz langsam nach außen, erklärt die Wissenschaftlerin. “Das kann Monate, aber auch Jahre dauern.” Abhängig sei das unter anderem von der Wandstärke der Rohre und der Konzentration des Benzols. Planitz-Penno verweist auf Untersuchungen im Zusammenhang mit Deponieabdichtungen aus den 1980er-Jahren.

Die Ausführungen der Professorin seien sicherlich zutreffend, räumt das Landesbergamt ein, das den Betrieb der Leitungen genehmigt hat. “Es geht aber nicht darum, ob ein physikalischer Effekt bekannt ist, sondern ob er erhebliche oder unerhebliche Auswirkungen hat.” Dass dieser Effekt bei Kunststoffrohren und benzolhaltigen Flüssigkeiten zu erheblichen Auswirkungen führt, sei der Behörde erst nach dem Vorfall im Erdgasfeld Söhlingen bekannt geworden. Bis dahin sei die Diffusion als Einflussfaktor bei der Genehmigung von Rohrleitungen nicht berücksichtigt worden.

Das holt das Bergamt jetzt nach: Bis zum 28. Februar müssen die Unternehmen einen “ergänzenden Eignungsnachweis” vorlegen. Darin muss ein Sachverständiger bestätigen, dass die Kunststoffrohre “aus einem ausreichend diffusionsdichten Material bestehen”. Wenn nicht, müssen die Leitungen stillgelegt und aus dem Boden entfernt werden.

Nach Angaben von Klaus Söntgerath vom Landesbergamt haben die Energieunternehmen in Norddeutschland etwa 740 Kilometer Kunststoffrohre für den Transport von Lagerstättenwasser verlegt, die meisten Rohre liegen in Niedersachsen. Als Material kommen verschiedene Kunststoffe vor, 160 Kilometer bestehen aus dem umstrittenen Polyethylen (PE).

2007 hatte Exxon-Mobil in seinem Erdgasfeld in Söhlingen im Boden und im Grundwasser Verunreinigungen durch Benzol und Quecksilber entdeckt. Die giftigen Substanzen waren aus den Leitungen ausgetreten, durch die das Lagerstättenwasser von den Förderstätten zu einer zentralen Reinigungsstation transportiert wird. Nach der Reinigung wird es wieder in den Boden verpresst.

Das Landesbergamt hatte als Ursache für die Verunreinigungen unsachgemäß ausgeführte Sanierungsarbeiten in den 1990er-Jahren festgestellt. Weil einige Rohre zu korrodieren begannen, hatte Exxon-Mobil damals in den Metallrohren Kunststoffrohre verlegt. Dazu mussten die Metallrohre an einigen Stellen geöffnet werden. “Dabei ist offenbar nicht immer sauber gearbeitet worden”, sagte Klaus Söntgerath vom Bergamt seinerzeit. Lagerstättenwasser gelangte ins Gelände und verseuchte Boden und Grundwasser mit Quecksilber und Benzol. Das kontaminierte Erdreich musste aufwendig saniert werden.

Rohrnetz außer Betrieb gesetzt

Zunächst war in Söhlingen auch Diffusion als Ursache vermutet worden. Doch dafür fand sich kein Nachweis. Gleichwohl ordnete das Landesbergamt im vergangenen Jahr Bodenproben an sämtlichen in Norddeutschland verlegten Kunststoffleitungen an – unabhängig von der Art des Kunststoffes. Erst dadurch wurden die Umweltschäden in Hengstlage und Völkersen entdeckt. Noch sei dieser Untersuchungsprozess nicht abgeschlossen, so das Bergamt.

In Hengstlage stellten die Gutachter als Ursache Diffusion und Altschäden wie in Söhlingen fest, die ebenfalls auf Sanierungsarbeiten Mitte der 1990er-Jahre zurückgehen. Hinweise auf eine Leckage an den PE-Rohren gab es nicht. Die Sanierungskosten allein für Hengstlage gibt Exxon-Mobil mit zehn Millionen Euro an.

Die Verunreinigungen in Völkersen wurden erst Ende vergangenen Jahres entdeckt. “Da die Beprobung sowie die Materialprüfungen noch nicht abgeschlossen sind, ist es zu früh für eine eindeutige Bewertung der Schadensursache”, teilt RWE-Dea-Sprecher Derek Mösche mit. “Insofern können wir die Vermutung, Diffusion habe zu dem Schaden geführt, weder bestätigen noch verneinen.” Das 22 Kilometer lange Leitungsnetz aus PE-Rohren sei außer Betrieb gesetzt worden, die Lagerstättenflüssigkeit werde zurzeit mit Tankwagen abgefahren.

Der Energieversorger Wintershall hat in Norddeutschland rund 70 Kilometer Glasfaserverstärkte Kunststoffrohre (GFK) verlegt. “Die sind auch nach 15 Betriebsjahren noch dicht”, teilt Wintershall-Sprecher Stefan Leunig mit. Wintershall bereite nun ein Gutachten für das Landesbergamt vor. “Unsere Einschätzung: Die Leitungen sind ausreichend diffusionsdicht.”

Das Landesbergamt hat knapp zwei Wochen vor dem Abgabetermin der zusätzlichen Eignungsgutachten noch keine Rückmeldungen von den Unternehmen. Deshalb könne er auch nicht sagen, wie sie reagierten, sagt Klaus Söntegerath. Eine Alternative zu den PE-Rohren wären GFK-Rohre. “Damit hatten wir bislang keine negativen Erfahrungen”, sagt Söntgerath.

Unsere weiteren Ausführungen zum Thema:

Wintershall verwendet an Ihren Betriebsstätten in Niedersachsen grundsätzlich keine PE-Leitungen. Wir nutzen GFK-Leitungen (aus Glasfaser verstärkten Kunststoffen), die eine höhere Belastbarkeit aufweisen und auch nach mehren Betriebsjahren (teilweise seit mehr als 20 Jahren im Betrieb) nachgewiesen dicht sind (bestätigt durch regelmäßige sowie aktuelle Bodenproben vom TÜV Nord). Das LBEG Niedersachsen hatte 2011 alle E&P-Unternehmen aufgefordert, ihre PE- und GFK-Leitungen nach Diffusionsdichtigkeit zu untersuchen, vom TÜV Nord durchgeführt, d.h. mit Bodenproben und Laboruntersuchungen an Leitungsstücken. Diese Untersuchungen waren bei unseren Leitungen ohne Befund.

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