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14.10.2013

Aus dem Weser-Kurier: Klein-Texas in der HeideVor über 100 Jahren brach in der Gemeinde Wietze im Landkreis Celle das Ölfieber aus. Es wurde eines der größten Erdölfelder Deutschlands erschlossen.

1920 eröffnete die „Deutsche Mineralöl Aktiengesellschaft“ (DEA) dort ein Erdölbergwerk. Als DEA-Nachfolgeunternehmen betreibt RWE Dea heute zusammen mit Wintershall die Förderinsel Mittelplate im Wattenmeer.

Aus dem Weser-Kurier: Erdölförderung in Wietze vor 50 Jahren

Wietze. In Wietze, einer Gemeinde im Landkreis Celle, brach 1898 das Ölfieber aus. Es entstand eines der größten Erdölfelder Deutschlands.

Wer heute „Klein-Texas in der Heide“ sucht, entdeckt in Wietze im Dreieck Hannover-Celle-Walsrode die Zeugen einer glanzvollen Vergangenheit. An manchen Ecken der 8000-Einwohner-Gemeinde stehen noch eiserne Pferdekopfpumpen. Die Straßen heißen Raffinerie-, Dea- oder Schachtstraße. Und auf einem knapp zwei Hektar großen Gelände zwischen dem Flüsschen Wietze und dem Schwarzen Weg wachsen bis zu 54 Meter hohe Bohrtürme in den Himmel. Auf dem Boden rosten Pumpen. Mitten auf der grünen Wiese klafft ein umzäuntes Loch, in dem eine braune Brühe mit einem silbrig schimmernden Film nach Öl stinkt. Das alte Bohrloch zeigt einen „Ölausbiss“, an dem Schweröl an die Oberfläche tritt. Wegen der reichen Vorkommen liegt in Wietze die „Wiege der deutschen Erdölindustrie“. Vor einem halben Jahrhundert endete dieses Kapitel Industriegeschichte mit dem Abriss des Erdölbergwerks.

Die letzte Grubenfahrt fand am 17. Oktober 1963 statt. Zwei Monate später wurde die Anlage endgültig stillgelegt. Die 300 Meter tiefen Schächte und Bohrlöcher wurden mit Schutt, Abraum und Wasser verfüllt. Die Fördertürme verschwanden, und zum Schluss wurde im Herbst 1966 der 75 Meter hohe Schachtschornstein gesprengt. Vier Jahre später eröffnete auf der sogenannten Teufelsinsel das Deutsche Erdölmuseum Wietze mit einem historischen Technikpark und einer Dauerausstellung. Das weltweit erste Museum dieser Art leitet seit 2005 Martin Salesch, der auch Direktor der Vereinigung der europäischen Erdölmuseen ist. Der studierte Archäologe und Germanist aus Hamburg plant anlässlich des Förderstopps vor 50 Jahren keine Sonderschau. Doch ein Großteil der Exponate, Installationen, Filme erinnern an die vorletzte Jahrhundertwende, als das ehemalige Bauerndorf über Nacht zum Zentrum der deutschen Erdölindustrie wurde. 

Der Bergmann und Bohrmeister Friedrich Hasenbein hatte das Ölfieber 1898 ausgelöst. Er war unweit des heutigen Museumsgeländes in 140 Meter Tiefe auf eine „eruptive Erdölquelle“ gestoßen. Der blubbernde Ausfluss erwies sich als konstant sprudelnder Quell und lockte scharenweise Unternehmer, Technikpioniere, Spekulanten und Glücksritter an den Südrand der Lüneburger Heide.

Dass sich dort in vielen Hundert Millionen Jahren die faulige Biomasse verstorbener Meeresflora und -fauna aufgrund hoher Druck- und Temperaturverhältnisse in Öl verwandelt hatte und durch den durchlässigen Sandstein vergleichsweise ungehindert bis an die Oberfläche wanderte, konnten die Heidebauern Mitte des 17. Jahrhunderts nicht mal ansatzweise erklären. Gleichwohl wussten die Menschen den „Satansspeck“ zu nutzen. Das in den Poren des Heidesandes eingelagerte Öl wurde ausgewaschen und wahlweise als Wagenschmiere, Dichtungsmaterial oder Heilmittel verwendet.

In einer der Wietzer Teerkuhlen leitete der Geologe Georg Christian Konrad Hunäus 1858 eine der ersten Erdölbohrungen, die weltweit stattfanden. Anfang der 1870er-Jahre berichtete der US-Geologe Louis Harper von einem sehr bedeutenden Petroelum-Lager im Wietzer Untergrund und hatte dafür 4,2 Millionen Tonnen errechnet. Eine gute Schätzung. Aktuelle Annahmen gehen von 3,7 Millionen Tonnen aus. Und spätestens nach Friedrich Hasenbeins Volltreffer gab es kein Halten mehr.

Zwischen 1900 und 1920 stammten 80 Prozent der deutschen Erdölförderung aus dem vier Quadratkilometer großen Wietzer Erdölfeld. Anfangs bohrten gut 30 internationale Unternehmen 2000 Löcher und stellten ebenso viele Türme auf. Die Bevölkerungszahl explodierte ebenfalls. 1925 waren in Wietze 2500 Einwohner gemeldet. Hinzu kamen Tausende von Wanderarbeitern aus ganz Europa. Neben Betriebsgebäuden, einem Bahnhof, einem Hafen und einer Raffinerie entstanden auch Arbeiter-Siedlungen.

Um die Erdölförderung zu steigern, eröffnete die „Deutsche Mineralöl Aktiengesellschaft“ (DEA), ein Zusammenschluss mehrerer Ölfirmen, 1920 ein Erdölbergwerk. Die Anlage war und ist weltweit einzigartig, weil nur dort Öl im Tiefbau gewonnen wurde; andere Erdölbergwerke arbeiten im Tagebau. In dem Wietzer Bergwerk verdienten Mitte der 1920er-Jahre 646 Männer ihr Geld. Davon 450 unter Tage. In dem 95 Kilometer langen Streckennetz schöpften die Bergleute mit langstieligen „Muckelbechern“ das Sickeröl aus Hohlräumen in Holzrinnen. Andere Kumpel förderten Ölsand, aus dem das Öl herausgewaschen wurde. So konnten 100 beziehungsweise 70 Prozent des Öls gefördert werden. Im Produktivitätsvergleich schafften die Pumpen im Bohrbetrieb bloß ein Drittel. Dafür erwies sich der Bergbau als sehr personalintensiv und wurde mit steigenden Löhnen nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend teurer. Als 1963 die Schutzzölle für einheimisches Rohöl im Rahmen der EWG-Verträge von 1957 endgültig wegfielen, war das Schweröl aus Wietze nicht mehr konkurrenzfähig.

In einem alten Fachwerkhaus auf dem Museumsgelände haben die Kuratoren einen kurzen Stollenabschnitt nachgebaut. Im schummrigen Licht einer Grubenlampe mischen sich die Gerüche von Öl, Holz und Erde. Manche der Maschinen auf dem Freigelände lassen sich per Knopfdruck anschalten. Das Rumoren, Quietschen, Dröhnen und Klackern vermittelt einen Eindruck von der akustischen Dauerbeschallung während der Erdölförder-Ära. 

Forschungslabor im Dorf

In einer Rangliste mit Deutschlands 320 Erdölfördergebieten belegt das Wietzer Feld Platz 27 mit einem Gesamtertrag von 2,7 Millionen Tonnen Öl. So hoch war 2011 die jährliche deutsche Erdölförderung. Davon stammten fast 2,5 Millionen Tonnen aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dort im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, einem UNSECO-Weltnaturerbe, bestellt das DEA-Nachfolgeunternehmen „RWE Dea AG“ Deutschlands mit Abstand größtes Erdölfeld Mittelplate im Offshore-Bereich.

Trotz des Förderstopps in Wietze wirkt der mehr als 100 Jahre zurückliegende Erdölboom bis heute nach. Im Mittelpunkt steht jetzt das 20 Kilometer entfernte Celle. Fachleute nennen die Kreisstadt das „Houston Europas“, weil hier wie dort zahlreiche internationale Service- und Zuliefererfirmen der Erdöl- und Erdgasszene ihren Sitz haben. Auch Wietze, das auf ewig mit dem schwarzen Gold verbunden bleibt, ist nicht völlig aus dem Fokus der Ölmultis verschwunden. Die „RWE Dea AG“ unterhält in dem Dorf bis heute ein Forschungslabor und einen Bohrbetrieb.

Quelle: www.weser-kurier.de

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