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22.08.2014

Andrang auf Testbohrgelände Der Informationsabend in Lauben, den Wintershall anlässlich der Testbohrungen zwischen Lauben und Egg veranstaltet hat, war gut besucht.

Unterallgäu. “Mit einem solchen Besucheransturm haben wir nicht gerechnet”, sagt Mark Krümpel, Pressesprecher der Firma Wintershall. Über 300 Bürger nutzen an diesem Mittwochabend die Gelegenheit, das Testbohrgelände der Firma zwischen Lauben und Egg zu besichtigen. Neben den allgemeinen Fragen rund um das Thema Ölgewinnung wird vor allem über die Unterallgäuer Ölfelder und deren geplante Reaktivierung diskutiert (wir berichten).

Bereit vor der Öffnung des Geländes hat sich eine Menschentraube rund um den Eingang gebildet. Sicherheitshelme udn Schutzbrillen werden verteilt. Dann geht es in kleinen Gruppen auf das Areal. Da die zur Verfügung stehende Schutzbekleidung nicht für alle Besucher ausreicht, kommt es zu Engpässen. Auf dem Gelände erklären Wintershall Mitarbeiter verschiedene Messverfahren und Bohrköpfe und stellen Proben aus dem Gesteinslabor vor. Der Bohrturm, der seinen Betrieb bereits aufgenommen hat, darf aus Sicherheitsgründen jedoch nicht betreten werden.

Rainer Ihl, Betriebsleiter der Firma Wintershall für Süddeutschland, geht auf Fragen der Teilnehmer ein. “63 Grad herrschen in der geplanten Bohrtiefen von 1500 Metern”, erklärt er beispielsweise. Auf die Frage, mit welcher Geschwindigkeit sich der Bohrer ind die Erde gräbt, antwortet Ihl: “Im Schnitt schafft der Borher einen Meter pro Stunde. Das hängt jedoch von den Gesteinsschichten ab, die durchbohrt werden müssen. Momentan geht es mit zwei bis fünf Minuten pro Meter ziehmlich schnell voran.” Aber die Besucher stellen auch kritische Fragen: “Wird es mehr Schwerlastverkehr bei uns geben?” Oder: “Kann das Grundwasser verunreinigt werden?” Auf die erste Frage entgegnet Ihl: “Für die geschätzte Fördermenge von zehn Tonnen täglich wird vermutlich alle zwei Tage nur ein LKW zur Abholung benötigt.” Was das Grundwasser anbelangt, versichert der Betriebsleiter: “Die Sicherheitsstandards sind in Deutschland so hoch, dass es zu keiner Verunreinigung des Wassers kommen kann.”

Letztlich ist die Resonanz der Besucher auf die geplante Wiederaufnahme der Ölförderung größtenteils positiv. Hans Schwehr aus Märxle, der sich gut an die Zeit erinnern kann, als das benachbarte Ölfeld bei Bedernau noch in Betrieb war, ist der Meinung: “Wenn wir die Rohstoffe schon bei uns im Boden haben, warum sollen wir sie dann dort unten lassen?” Ähnlich sieht es der Egger Bürgermeister Franz Morath: “Die heimischen Rohstoffe machen uns international unabhängiger.” Gleichzeitig weist er darauf hin, dass es im Vorfeld Bedenken gab, dass die umstrittene Fracking-Methode angewandt wird. Dabei werden Gesteinsschichten zur Erdöl-Förderung mithilfe von Chemikalien hydraulisch aufgebrochen. Dieses Verfahren kommt laut Ihl aber nicht zum Einsatz.

Quelle: Allgäuer Zeitung/ Memminger Zeitung

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