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02.04.2019

„Wir wollen weiter ein starkes Barnstorf“Wintershall beteiligt sich an der Allianz für Barnstorf

Allianz für Barnstorf

© Wintershall/Christian Burkert

Barnstorf. Nähere Informationen zu den Veränderungen bei der Wintershall in Barnstorf und konkrete Vorschläge zur Standortstärkung haben Unternehmensvertreter der Wintershall jetzt am Freitag in Barnstorf präsentiert. Die Wintershall beteiligt sich an der Allianz für Barnstorf, die Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers initiiert hat. Nach der Präsentation der Wintershall stellt sich der Stellenabbau vor Ort nicht so dramatisch dar, wie von vielen zunächst angenommen.

Bei der Wintershall arbeiten derzeit 280 Mitarbeiter in Barnstorf. Künftig sollen für das neue, fusionierte Unternehmen Wintershall DEA in Barnstorf 100 Beschäftigte tätig sein. „Das heißt nicht, dass alle anderen Jobs wegfallen“, erläuterte Wintershall-Personalchef Axel Bode. Die zentrale Verwaltung der Deutschland-Aktivitäten wird künftig von Hamburg, nicht von Barnstorf aus, gesteuert. Dazu werden 120 Mitarbeiter, von Wintershall und von DEA in Hamburg benötigt. Hier werden Stellen von Barnstorf nach Hamburg verlagert. Umzug oder Pendeln, dass müsse jeder Arbeitnehmer für sich entscheiden. Im Rahmen des Interessenausgleichs werde über Umfang und Unterstützung mit den Betriebsräten gesprochen.

Zu den 100 Beschäftigten und Auszubildenden direkt bei Wintershall DEA in Barnstorf kommen weitere Jobs, die vor Ort angesiedelt bleiben, dies wurde bei dem Gespräch deutlich. So werden 30 Stellen für Pipeline-Services und Transportleistungen zentral in einer neuen Einheit in Barnstorf zusammengefasst und angesiedelt. Zudem betreibt eine weitere neue Einheit Öl-Nord mit 25 Mitarbeitern die kleineren Ölfeldfelder von Wintershall und DEA in der Region.

„Barnstorf bleibt mit Pipeline- und Untertageservices sowie dem Ausbildungszentrum für Norddeutschland, dem globalen Bohrkernlager und dem neuen Technologiezentrum inklusive Labor ein starkes Kompetenzzentrum für das neue Unternehmen“, betonte Bode. Das Labor und das Bohrkernlager der DEA im niedersächsischen Wietze (Kreis Celle) zieht nach Barnstorf um. Der Standort Wietze soll geschlossen werden.

„Uns ist klar, dass Veränderungen immer auch für Unruhe und Unsicherheit sorgen. Aber um in Zukunft erfolgreich sein, müssen wir uns wirtschaftlicher aufstellen“, sagte Bode. Denn die Produktion von Erdöl und Erdgas in Deutschland ist aufgrund des natürlichen Förderabfalls seit Jahren rückläufig. „Mit dem Zusammenschluss und den Veränderungen wollen wir die Chance nutzen, die wirtschaftliche Lebensdauer der heimischen Förderung zu verlängern“, sagte Bode.

Wintershall arbeitet darüber hinaus aktiv in der Allianz für Barnstorf mit, um den Standort nachhaltig weiterzuentwickeln. So sei es denkbar, die vorhandene Infrastruktur auf dem Wintershall-Gelände auch für andere Nutzungen zu vermarkten und zur Verfügung zu stellen, sagte Bode. Das große Gelände mit Bahnanschluss ist als Werksplatz für die Ansiedlung weiterer Technikfirmen interessant und geeignet. „Wir führen bereits Gespräche mit industrienahen Unternehmen und Zulieferern“, berichtete Mario Dreier, Leiter der Wintershall Deutschland. Geplant ist nun ein Infoflyer für die Wirtschaftsförderung.

Mit dem neuen Technologiezentrum in Barnstorf eröffnen sich zudem Möglichkeiten für den Aufbau von Forschungskooperationen. „Wir sind offen für Ideen und neue Wege“, sagte Bode. Und auch als Ausbildungsstandort könne mit regionalen Kooperationen die Ausbildung vor Ort gestärkt werden. In einem Ausbildungsverbund könne Wintershall mit örtlichen Betrieben Fachkräfte für die lokale Wirtschaft ausbilden. Barnstorf wird zentrales Ausbildungszentrum für Wintershall DEA und verfügt über modernste Ausbildungswerkstätten. Andere Firmen könnten diese beispielsweise für bestimmte vorgeschriebene Ausbildungsmodule nutzen.

Erste Kooperationen für einen Ausbildungsverbund gibt es bereits mit der BASF Polyurethanes Lemförde. Außerdem werden weitere Kooperationen geprüft, etwa in der Öl- und Gasbranche. Am morgen Samstag (30. März) veranstaltet Wintershall zusammen mit dem Maschinenbauer Lubing gemeinsam einen Tag der Ausbildung in Barnstorf. „Wir als Wintershall wollen einen Beitrag dazu leisten, dass hier Fachkräfte für die Region ausgebildet werden“, sagte Bode.

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