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27.02.2012

Wintershall baut Erdölförderung in Aitingen ausMit einem innovativen Verfahren sucht Wintershall nach Kohlenwasserstoff. Dafür geht es hoch hinaus – Messinstrumente an einem Helikopter sollen Aufschluss über Vorkommnisse im Untergrund geben.

Mitarbeiter an den Erdölwerken Aitingen

Aitingen/Schwabmünchen. Wintershall investiert weiter in die heimische Ölförderung: Im Alpenvorland, südlich von Augsburg, hat das Unternehmen von November 2011 bis Januar 2012 die neuen Bohrungen „Aitingen Süd 2“, „Schwabmünchen 7“ und „Aitingen Nord-Ost 1“ niedergebracht. Alle drei Bohrungen sind ölfündig.

Das Erdöl aus „Aitingen Süd 2“ und „Schwabmünchen 7“ fließt ab Mai 2012 über Stahlleitungen zum Betriebsplatz in Aitingen, wo es aufbereitet und anschließend zur Raffinerie nach Lingen transportiert wird. Die Explorationsbohrung „Aitingen Nord-Ost 1“ wird im April zunächst einem Test unterzogen, der Auskunft über mögliche Fördermengen geben soll. Die 100-prozentige BASF-Tochter Wintershall hat rund 7,5 Mio. Euro in diese Bohrungen investiert. „Die neuen Bohrungen sollen die bisherigen Jahresfördermengen steigern und die Förderung für die kommenden zwei Jahrzehnte sichern“, sagt Rainer Ihl, Leiter der Produktionsstätte der Wintershall in Aitingen. Das Unternehmen betreibt das südlich von Augsburg gelegene Fördergebiet bereits seit 1979. Im Jahr 2011 wurden in Aitingen und Schwabmünchen rund 30.000 Tonnen Rohöl gefördert. Mit den neuen Funden ist die Gesamtzahl der Förderbohrungen der Wintershall im Alpenvorland auf zehn gestiegen.

Bei der Exploration nach weiteren Erdöllagerstätten im Alpenvorland setzt Wintershall nun ein innovatives Verfahren ein, das die Suche nach Kohlenwasserstoffen schneller und wesentlich kosteneffizienter gestalten kann. Von einem Hubschrauber aus wollen Experten mit Hilfe von Mess-Antennen, die an den Kufen des Helikopters angebracht werden, elektromagnetische Felder in einem festgelegten Gebiet messen. Dort wo Kohlenwasserstoffe im Boden vorhanden sind, erwarten die Experten elektromagnetische Felder in einem bestimmten Frequenzbereich. Der Grund: Die Mischung aus Kohlenwasserstoffen und der im Untergrund vorkommenden Wasser-Salz-Mischung erzeugt unter dem Einfluss natürlicher Bodenschwingungen ein charakteristisches Schwingungsmuster, das spezielle elektromagnetische Felder entstehen lässt – und das gemessen werden kann. Bei dem Verfahren werden keine Eingriffe in die Natur vorgenommen. Die Experten messen nur das, was ohnehin vorhanden ist.

„Mit den bisher angewandten seismischen Methoden können wir die Existenz von Kohlenwasserstoffen in den Boden-Strukturen nicht mit Sicherheit bestimmen, nur vermuten“, erklärt Marcel Eckard, Geophysiker bei Wintershall. Die neue Methode könnte jedoch Kohlenwasserstoffe in den unterirdischen Strukturen möglicherweise noch direkter nachweisen. „Letztlich müssen aber immer Bohrungen Auskunft darüber gegeben, ob Erdöl oder Erdgas tatsächlich vorhanden ist.“

Die Flüge über dem Alpenvorland sind für wenige Tage vom 29. Februar bis einschließlich 5. März geplant. Erkundet wird ein Gebiet von 93 Quadratkilometern Fläche, in dem die Orte Großaitingen, Kleinaitingen, Graben und Teile von Wehringen liegen. Der Hubschrauber wird mit 25 bis 35 Kilometer pro Stunde Linien in Nord-Süd-Richtung mit 100 Metern Abstand fliegen. Die Flughöhe beträgt 25 bis 50 Meter. Über Ortschaften steigt die Flughöhe auf 150 bis 300 Meter.

Alle Flüge finden nur bei Tageslicht statt.

Ansprechpartner für Anwohnerfragen:
Jürgen Mahr, Wintershall Aitingen
Tel.: +49 820396 1723

 

 

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