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21.08.2013

Michael Vassiliadis, IG BCE, zur Energiewende: „Industrie muss weiter eine Heimat in Deutschland habenDer Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie betonte, dass man die Energiewende ökonomisch realistisch gestalten müsse. Die Industrie wäre besonders von steigenden Strompreisen betroffen.

Berlin. Vor volkswirtschaftlichen Schäden durch die Energiewende hat jetzt der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, gewarnt. Für die Industrie würden steigende Energiepreise und Netzstabilität zu einem Problem. „Denn romantische Abende bei Kerzenschein gibt es in Fabriken nicht“, sagte der Gewerkschafter jetzt dem WINGAS-Energiemagazin GASWINNER. Schon kleinste Schwankungen bei der Energieversorgung könnten große Schäden anrichten.

Vassiliadis mahnte, die ökonomischen Realitäten bei der Energiewende nicht aus dem Blick zu verlieren. „Mir geht es darum, dass wir weiterhin eine lebendige industrielle Basis in Deutschland haben. Dazu müssen sich Investitionen in unserem Land lohnen. Die Industrie muss in Deutschland weiter eine Heimat haben“, sagte der Vorsitzende der drittgrößten Einzelgewerkschaft dem Energiemagazin. Die IG BCE vertritt 660.000 Mitglieder. 1,2 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland direkt im Rohstoffsektor.



Kritisch äußerte sich Vassiliadis auch zu den Protesten gegen Industrieanlagen. „Es ist schon skurril. Einerseits freuen wir uns über unsere Exporterfolge. Andererseits streiten einige gegen jede neue Industrieanlage und stellen Wachstum grundsätzlich infrage. Dann wird so getan, als ob wir uns bequem zurücklehnen und auf früheren Anstrengungen ausruhen können. Das wird nicht funktionieren“, sagte Vassiliadis.

Die Energiewende hält der Gewerkschaftsvorsitzende für sozial nicht ausbalanciert. „Da sind die einen, die sich eine eigene Solaranlage auf dem Dach leisten können und dafür auch noch staatliche Subventionen kassieren. Und da sind die Arbeitnehmer und Mieter. Die bezahlen die Party“, so Vassiliadis. Deutschlands Ökostromerzeuger haben 2012 mehr als 20 Milliarden Euro bekommen. An der Börse war dieser Strom nur 3 Milliarden Euro wert. Die Differenz von 17 Milliarden Euro zahlten die Stromverbraucher mit einer Umlage nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG). „In der Steuerungswirkung ist das Gesetz fatal“, meint Vassiliadis: „Das größte Problem ist, dass keiner die Starthilfe-Instrumente loslassen will.“ Subventionen müssten jedoch abgebaut werden.

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