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13.01.2012

In Barnstorf sollen neue Erdgasvorkommen erkundet werdenWintershall setzt auch weiterhin auf die heimische Förderung. Eine neue Bohrung am Standort Barnstorf soll Aufschluss über das dortige Erdgasvorhaben geben.

Barnstorf. Der international tätige, deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall setzt weiter auf heimische Förderung: mit einer Bohrung soll jetzt ein neues Erdgasvorkommen bei Barnstorf (Landkreis Diepholz) näher erkundet werden. Das Unternehmen erwartet dort in den Karbon-Schichten in einer Tiefe von über 4.000 Metern eine Lagerstätte mit bis zu 40 Milliarden Kubikmetern Erdgas. „Für die Zukunft der heimischen Förderung hat die Bohrung eine hohe Bedeutung. Sollte sich das dort förderbare Potenzial von etwa 10 Milliarden Kubikmetern Erdgas bestätigen und produzieren lassen, könnten wir an unserem niedersächsischen Standort in Barnstorf für mehrere Jahrzehnte weiter Erdgas fördern“, erklärt Joachim Pünnel, Leiter der deutschen Wintershall-Aktivitäten. Aus der Förderung könnten dem Land Niedersachsen dann mehr als eine halbe Milliarde Euro an Fördersteuern zufließen.

Für die sichere Energieversorgung leistet heimisches Erdgas nach wie vor einen wesentlichen Beitrag: 13 Prozent des nationalen Bedarfs werden in Deutschland selbst gefördert. Nach der Energiewende wird Erdgas, so die Einschätzung vieler Experten, als Energieträger und als Partner der Erneuerbaren Energien weiter an Bedeutung gewinnen. „Wir brauchen die heimische Förderung. Denn die Sicherung der Energieversorgung beginnt nun einmal vor unserer eigenen Haustür“, sagt Pünnel.

Dass sich das im niedersächsischen Barnstorf erwartete Vorkommen technisch wie auch wirtschaftlich fördern lässt, muss jedoch zunächst eine Bohrung bestätigen. Neben zusätzlichen wissenschaftlichen Daten über die Lagerstätte soll diese vertikale Bohrung auch diesen Nachweis erbringen. Hierzu ist nach Information und Beteiligung der örtlichen Behörden und Nachbarn und Genehmigung durch das Landesbergamt jetzt die Bohrung „Düste Z10“ gestartet worden. Erste Erkenntnisse erhofft sich die 100-prozentige BASF-Tochter Wintershall ab Mitte des laufenden Jahres. Im Erfolgsfall könnte die gesamte Lagerstätte im Kreis Diepholz ab 2014/2015 weiter entwickelt werden.

Bei dem zu erschließenden Erdgasvorkommen handelt es sich um so genanntes Tight Gas, das in einer tiefliegenden Gesteinsschicht aus dichtem Sandstein lagert und mit der Hydraulic-Fracturing-Methode gefördert werden kann. Dabei werden in den unterirdischen Lagerstätten feine Risse im Gestein erzeugt, damit das Erdgas leichter fließen kann. Wintershall produziert bereits seit mehr als 30 Jahren mit Hilfe dieser erprobten Technologie Tight Gas in Niedersachsen – wie auch in den Niederlanden, Russland und Argentinien – und verfügt über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit dieser Fördermethode. Ein entsprechender Antrag ans Landesbergamt ist in Vorbereitung.

„Hydraulic-Fracturing ist der Schlüssel für die wirtschaftliche Förderung von Tight-Gas-Reserven und wird zunehmend wichtiger bei der Erschließung von anspruchsvollen Lagerstätten“, erläutert Pünnel. Wichtig sei jedoch die Vereinbarkeit von Technologie und Ökologie bei der Anwendung der Frac-Technologie. Anders als bei der Förderung von so genanntem Shale-Gas (Schiefergas) erfordert die seit Jahrzehnten angewandte Förderung von Tight Gas aus Sandstein-Schichten wie in Niedersachsen deutlich weniger Fracs und ist deutlich weniger aufwendig – da Sandstein von Natur aus poröser und durchlässiger ist als Schiefergestein. Wintershall arbeitet grundsätzlich mit hohen Umweltstandards und achtet auf ein Maximum an Umweltschutz und Transparenz.

Deutsche Vorkommen stärken Versorgungssicherheit

Deutschland stellt für Wintershall eine der wichtigsten Regionen bei der Suche und Produktion von Erdöl und Erdgas dar. Seit 1930 produziert das Unternehmen heimisches Erdöl, Erdgas wird seit 1951 gefördert. Unter anderem ist Wintershall Betriebsführer der einzigen Gasförderplattform in der deutschen Nordsee (A6-A) und mit 50 Prozent am größten deutschen Erdölfeld Mittelplate vor der Nordseeküste beteiligt.

Von der Förderung vor Ort profitierten jedoch nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Länder und Kommunen. „Für die Kommunen, in denen produziert wird, sind die Öl- und Gasunternehmen ein wichtiger Arbeitgeber und oft größter Gewerbesteuerzahler“, sagt Pünnel. Die Erdölwerke im niedersächsischen Barnstorf sind Zentrum der Wintershall Explorations- und Produktionsaktivitäten. Hier entsteht entscheidendes Know-how zu Bohr- und Fördertechniken – auch für den internationalen Einsatz. Die Erdölwerke produzieren rund eine Million Tonnen Erdöl und etwa 900.000 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr. Am Standort in Barnstorf beschäftigt Wintershall über 350 Mitarbeiter.

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