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22.10.2015

Forschungsprojekt: Magnetfeldmessungen in Bockstedt werden fortgesetztDas gemeinsame Forschungsprojekt von Wintershall und dem Deutschen GeoForschungszentrum GFZ geht in die nächste Runde: Die Magnetfeldmessungen, die die Forschungspartner bereits im vergangenen Jahr im Gebiet zwischen Heiligenloh und Aldorf durchgeführt haben, werden ab dem 26. Oktober fortgesetzt. 

Bert Verboom (Wintershall) und Kristina Tietze (GFZ) haben gemeinsam erste Messungen im Feld durchgeführt. Diese werden nun im selben Gebiet fortgesetzt.

Mit der sogenannten CSEM Methode (Controlled Source Electromagnetics) möchten Wintershall und GFZ den Anteil von verbliebenem Erdöl in einer Lagerstätte ermitteln. Dafür messen sie die Ausbreitung elektromagnetischer Felder im Untergrund. 

Das Verfahren wird in der Geowissenschaft bereits seit Jahrzehnten verwendet, um die geologische Struktur des Untergrunds zu entschlüsseln. Mit den Messungen im Erdölfeld Bockstedt möchten Wintershall und GFZ herausfinden, ob sie diese Methode auch für die Optimierung der Erdölförderung nutzen können. Durch die Wiederholung des Tests vom Vorjahr können sie die Ergebnisse vergleichen und mögliche Veränderungen im Untergrund feststellen. Die Messkampagne dauert wieder rund vier Wochen. 

Umweltfreundliches Kontrollinstrument für die Erdölförderung

„Wenn unsere Tests erfolgreich verlaufen, könnten wir mit solchen elektromagnetischen Messungen in Zukunft genauer ermitteln, wie sich der Ölgehalt einer Lagerstätte im Laufe der Produktion verändert und ob unsere Fördermethoden Wirkung zeigen”, sagt Bert Verboom, der sich im Auftrag von Wintershall um das Projekt kümmert. „Damit hätten wir ein umweltfreundliches Kontrollinstrument, das uns dabei hilft, mit neuen und bestehenden Techniken noch effizienter Erdöl aus einer Lagerstätte zu fördern.”

Bei den „Controlled Source Electromagnetic (CSEM)“- Messungen wird kurzzeitig Wechselstrom mit niedriger Frequenz in den Boden geleitet. Auf die Umwelt hat das Verfahren keine Auswirkungen: Tiere und Pflanzen werden nicht beeinträchtigt. Durch den Stromfluss entstehen elektromagnetische Felder im Untergrund, deren Signale von passiven Empfängern gemessen werden. „So ermitteln wir die Leitfähigkeit des Untergrunds. Die Daten verraten uns auch, wie hoch der Anteil von Erdöl an dieser Stelle ist“, so Kristina Tietze, Projektmanagerin beim GFZ.

Wiederholung des Tests von 2014

Für den zweiten Test in Bockstedt im Oktober wurde dasselbe Gebiet ausgewählt wie 2014. Für die Messungen werden erneut vier Sendestationen und etwa 25 passive Empfängerstationen eingesetzt. Eine Sendestation besteht aus jeweils drei Stahlstangen von wenigen Metern Länge, über die der Strom kontrolliert in den Boden eingespeist wird. Bei einer der vier Sendestationen dient zusätzlich die Stahlummantelung der stillgelegten Wintershall-Ölbohrung Bockstedt Bo 23 als Einspeiseelektrode. 

Die Empfängerstationen nehmen die Signale aus dem Untergrund auf. Eine von ihnen wird eine Flachbohrung sein, die Wintershall eigens für den Test abgeteuft hat. Sie fördert kein Erdöl, sondern wird lediglich als Mess- und Beobachtungsstation verwendet, mit der erstmals auch vertikale Signale im Untergrund gemessen werden können. Dafür wird sie mit speziellen Sensoren ausgerüstet. 

Die Sender kommen nacheinander zum Einsatz; Strom fließt also immer nur an einer Station – und das kurzzeitig und ohne Auswirkungen auf die Umwelt. Die Stromeinspeisung findet nur tagsüber und vorwiegend auf gepachteten Ackerflächen statt. Mitarbeiter von GFZ und Wintershall begleiten den Test zu jeder Zeit.

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