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19.02.2018

Auf der Jagd nach „schwarzem Gold“ in NiedersachsenZurzeit finden seismische Untersuchungen statt, um die Erdölförderung für die nächsten Jahre zu planen. Ob das sinnvoll ist, darüber streiten auch Industrie und Umweltschützer.

Drill tower behind field Wintershall

Nordwest Zeitung vom 19.02.2018

Von Elmar Stephan. Emlichheim. Wer nach Öl bohrt, hat ein Problem: Der Rohstoff ist unter der Erde, in vielen Hundert Metern Tiefe. Wer also seinen Bohrturm so aufbauen will, dass er möglichst viel des kostbaren Rohstoffes fördert, muss Technik benutzen, um in die Tiefe zu schauen. Die BASF-Tochter Wintershalltut derzeit genau das und erforscht mithilfe seismischer Untersuchungen sein Erdölfeld in Emlichheim, direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Rund fünf Millionen Euro investiert der Energieversorger in die Studien, die bis Anfang März abgeschlossen sind.

„Die Seismik verrät uns nicht, wie viel Öl noch vorhanden ist, sondern eher, wo wir es finden“, sagt Tobias Fuhren. Er arbeitet bei der Wintershall als Geophysiker. Fachfirmen aus den Niederlanden und aus Frankreich ermitteln in einem aufwendigen Verfahren die Daten, um daraus im Anschluss 3-D-Modelle des Untergrunds erstellen zu können.

Kleine Schlagladungen

Bei den Messungen werden von der einen Seite in etwa 20 Metern Tiefe kleine Schlagladungen ausgelöst. Dazu werden dünne Löcher in den Acker gebohrt, die mit kleinen Tonkügelchen und einem Zünder gefüllt werden. In einem bestimmten Abstand dazu stecken kleine Mikrofone im Erdreich, die an ein Datenaufzeichnungsgerät – ähnlich einem Smartphone – angeschlossen wird. Diese Geräte nennt man Geophone.

Werden die Impulsladungen ausgelöst, breiten sich unterirdisch Schallwellen aus, die von den verschiedenen geologischen Schichten reflektiert werden. Diese Signale werden aufgezeichnet. Ein Gebiet von 37 Quadratkilometern wird so erfasst. „Wir reden über Daten in Terabyte-Größe“, sagt Fuhren. Computer müssen diesen Datenberg acht Monate lang berechnen, um die Resultate zu liefern, mit denen man dann über die Standorte neuer Bohrtürme entscheiden kann.

Emlichheim ist in Deutschland das fünftgrößte Erdölfeld. In Niedersachsen ist es mit 150 000 Tonnen Jahresfördermenge auf Platz zwei hinter dem Erdölfeld Rühlermoor-Valendis im Kreis Emsland, wo 162 000 Tonnen Erdöl pro Jahr gefördert werden. Das größte deutsche Erdölfeld ist Mittelplate in der Nordsee mit einer Jahresproduktion von 970 000 Tonnen Rohöl und gehört zu Schleswig-Holstein. In Niedersachsen gibt es landesweit 40 Erdölfelder.

Wintershall will wenigstens noch 25 Jahre lang im Emlichheim fördern. Erst 2017 wurde in 13 neue Bohrungen etwa 30 Millionen Euro investiert. Allerdings: Das Öl fließt nur mit dem Dampfflutverfahren. Dabei wird 300 Grad heißer Dampf mit einem Druck von 100 bar in die Lagerstätte gepresst. Das in den Poren sitzende Öl erwärmt sich, wird flüssiger und kann mit dem Wasser gefördert werden.

Nach Angaben des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) verfügt Deutschland derzeit über rund 32 Millionen Tonnen Erdölreserven, die als sicher oder wahrscheinlich förderbar gelten. Rein rechnerisch reicht das noch, um auf dem heutigen Niveau für 13 Jahre weiter zu fördern. Aber Experten verweisen darauf, dass es noch mehr Reserven gibt, die heute noch nicht wirtschaftlich förderbar oder noch nicht geologisch exakt erfasst sind.

Allgemeinheit profitiert

Von der Erdölförderung profitieren nicht nur die Erdölkonzerne, sondern auch die Allgemeinheit. Denn für die Förderung zahlen die Unternehmen einen Förderzins ans Land. Der betrug für 2014 rund 26,3 Millionen Euro, 2015 rund 12,2 Millionen Euro und 2016 etwa 9,3 Millionen Euro. Die Einnahmen hängen von den nationalen und internationalen Rohölpreisen ab und vom Abgabesatz, der 2014 noch bei 19 Prozent lag, 2015 und 2016 bei 18 Prozent. Die Einnahmen aus dem Förderzins fließen vor allem in den Länderfinanzausgleich.

„Es ist ein Übel, mit dem wir leben müssen“, sagt Katjavon der Nabu-Regionalstelle in Meppen. Aus Sicht des Umweltschutzes seien die Erdölfelder der Region problematisch, vor allem dann, wenn es bei den Rohrleitungen hin und wieder zu Leckagen komme. Die Anlagen und Gebäude der Erdölindustrie beeinträchtigten die Landschaft. „Andererseits – wir brauchen ja das Öl“, sagt sie.

Dennoch bleibt die Frage: Brauchen wir die Ölförderung in Deutschland? Denn die gesamte Fördermenge von rund 2,4 Millionen Tonnen pro Jahr macht gerade einmal zwei bis drei Prozent des Jahresverbrauchs in Deutschland aus, so der BVEG. Wichtig für die Versorgungssicherheit ist das nicht. Firmen wie Wintershall verweisen darauf, hier Know-how zu sammeln, das auf internationalen Märkten hilft. Da die Auflagen etwa beim Umweltschutz und Arbeitssicherheit in Deutschland sehr hoch seien, würden hier qualitativ sehr hochwertige Verfahren entwickelt. Wissen und Mitarbeiter aus Deutschland seien damit weltweit gefragt, heißt es beim BVEG.

Quelle: www.nwzonline.de

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