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28.07.2014

70 Jahre Erdölförderung in Emlichheim: Heimvorteil weiter ausspielenBei Feierlichkeiten zum 70-jährigen Standortjubiläum Emlichheim betont Martin Bachmann die Wichtigkeit heimischer Erdöl- und Ergasförderung.

Emlichheim. Große Feierstunde im Westen Niedersachsens: Bereits seit 70 Jahren fördert Wintershall in Emlichheim an der deutsch-niederländischen Grenze Erdöl. Und das auf einem konstant hohen Niveau. Auch in Zukunft soll Emlichheim einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland leisten.

„Emlichheim ist ein Standort mit hervorragenden Aussichten. So wie es ausschaut, werden wir hier noch über das Jahr 2040 hinaus Erdöl fördern“, sagte Martin Bachmann, Wintershall-Vorstand für Produktion und Exploration, anlässlich eines Festaktes zu 70 Jahren Erdölförderung in Emlichheim vor rund 200 Gästen aus Politik und Wirtschaft. „Die gemeinsame Erfolgsgeschichte von Wintershall und Emlichheim ist also noch lange nicht zu Ende“, so Bachmann. Bei einem anschließenden Tag der offenen Tür hat Wintershall alle Emlichheimer zu einer Besichtigung der Produktionsanlagen eingeladen.

Das Erdölfeld Emlichheim in der Grafschaft Bentheim ist eines der größten und ältesten in Deutschland. Die erste Bohrung „Emlichheim 1“ ging im Jahr 1944 in Produktion. Anfang der 50er Jahre erreichte die Förderung einen Höhepunkt und drohte danach deutlich abzufallen. Denn das Erdöl in der Lagerstätte Emlichheim ist zähflüssig und damit schwierig zu fördern. Mit der Entwicklung innovativer Fördertechnologien und dem Einsatz des Dampfflutverfahrens seit 1981, später auch in Kombination mit der Horizontalbohrtechnik, konnte Wintershall die Lebensdauer des Erdölfeldes signifikant verlängern – und die Förderung stetig auf einem hohen Niveau von rund 150.000 Tonnen Erdöl jährlich halten. Insgesamt hat Wintershall in Emlichheim in den vergangenen 70 Jahren mehr als 10 Millionen Tonnen Erdöl gefördert.

„70 Jahre Erdölförderung in Emlichheim sind Bestätigung und Ansporn zugleich. Bestätigung dafür, dass die heimische Förderung nicht nur einen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland leistet, sondern auch die Entwicklung von technologischem Know-how ermöglicht. Und Ansporn, diesen Heimvorteil auch in Zukunft konsequent zu nutzen“, sagte Joachim Pünnel, Leiter Wintershall Deutschland.
Beim Dampfflutverfahren, das Wintershall in Emlichheim einsetzt, wird 300 Grad heißer Wasserdampf in die Lagerstätte gepresst. Das im Gestein festsitzende Erdöl erwärmt sich, wird dünnflüssiger und fließt leichter durch die Lagerstätte zu den Produktionsbohrungen. Mit Hilfe dieser Dampffluttechnik in Kombination mit dem ebenfalls produktionssteigernden Verfahren der Horizontalbohrtechnik kann Wintershall den Entölungsgrad der Lagerstätte Emlichheim auf bis zu 50 Prozent steigern. In der Regel werden nur etwa 30 bis 35 Prozent des Erdöls aus dem Boden geholt.

„An unseren niedersächsischen Standorten wie Emlichheim und Barnstorf forschen und fördern wir unter höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards. Diese Innovationsfähigkeit und Ingenieurskunst ‚made in Germany‘ sind und bleiben für uns das Eintrittsticket, um in den wichtigsten weltweiten Förderregionen wie Russland, dem arabischen Raum oder in Südamerika an die großen Quellen zu kommen“, sagte Wintershall-Vorstand Bachmann. Es gelte, diesen Heimvorteil auch in Zukunft auszuspielen. Zumal jede Tonne heimisches Erdöl und jeder Kubikmeter Erdgas ein Stück mehr Versorgungssicherheit bedeutet.

Wintershall hat daher in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Produktionsinfrastruktur in Emlichheim investiert. Neben Dutzenden neuen Bohrungen wurden auch die knapp 30 Kilometer langen Feldleitungen sukzessive durch Edelstahlleitungen ersetzt. Darüber hinaus hat Wintershall eine Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung errichtet. Von Emlichheim aus werden damit auch weitere Wintershall-Betriebe in Deutschland mit Strom versorgt. Zur Strom- und Dampferzeugung nutzt Wintershall wirtschaftlich nicht verwertbare Gasmengen.

Deutschland befinde sich in einem weltweiten Wettbewerb um die wichtigsten Energierohstoffe, betonte Bachmann in seiner Festansprache. Daher sei es nicht nur wichtig, in Deutschland Technologien zu entwickeln, die den Zugang zu internationalen Ressourcen ermöglichen. Deutschland müsse auch die heimischen Rohstoffe nutzen. So werden etwa 95 Prozent des deutschen Erdgases im Energieland Niedersachsen produziert. Die heimische Erdgasförderung, die wegen eines Genehmigungsstaus 2013 durch die Fracking-Debatte erneut deutlich gesunken ist, deckt derzeit knapp zwölf Prozent des deutschen Erdgasbedarfs. Und Erdöl aus Deutschland leistet einen Beitrag von etwa drei Prozent zum Jahresbedarf – immerhin die Menge, die Deutschland jedes Jahr aus Saudi-Arabien importiert.

„Deutschland braucht Energierohstoffe. Wir sind noch lange auf Öl und Gas angewiesen. Daran ändert auch die Energiewende nichts. Kein Medikament, kein Windrad, kein iPad ohne Öl. Und ohne Erdgas gehen uns auf dem Weg ins Grüne die Lichter aus“, mahnte Bachmann. Wintershall stelle mit Investitionen an Standorten wie Emlichheim die Weichen dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibe. „Doch das können wir nicht allein. Wir brauchen auch ein klares Bekenntnis der Politik zur heimischen Erdöl- und Erdgasförderung“, betonte Bachmann.

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