Wintershall Corporate Website

Wintershall ist weltweit aktiv. Erfahren Sie mehr über unsere Strategie, Projekte und Werte auf unserer Corporate Website.

www.wintershall.com

 

 

Wintershall Deutschland

Wintershall Weltweit

Expertise Wir fördern Erdöl und Erdgas

Wintershall leistet als größter deutscher Erdöl- und Erdgasproduzent einen wichtigen Beitrag zur heimischen Energieversorgung. Mit einem guten Spürsinn und jahrzehntelanger Erfahrung suchen und finden wir immer wieder neue Erdöl- und Erdgaslagerstätten in Deutschland. Sie zu erschließen wird jedoch technologisch zunehmend anspruchsvoller, weshalb wir stetig in neue Forschungsprojekte investieren und die Gewinnung von Öl und Gas immer effizienter machen.

Lagerstätten Pure Vielfalt – konventionelle wie unkonventionelle Lagerstätten

In welchen Lagerstätten befindet sich das Erdöl und Erdgas, welches wir für unseren Alltag benötigen? Nicht alle Lagerstätten sind gleich, die Förderung ist vom jeweiligen Gestein abhängig und beansprucht verschiedene Fördermethoden.

Lagerstätten für Öl und Gas

Erdöl und Erdgas lagern in den Poren von tiefen Gesteinsschichten, in denen die beide Rohstoffe wie in einem Schwamm gespeichert sind – es gibt also keinen „Ölsee“ oder „Gasblasen“, aus denen man die Rohstoffe einfach absaugen könnte. Im Laufe von Jahrmillionen sind Öl und Gas von ihrem Entstehungsort nach oben gewandert, bis sie auf eine undurchlässige Salz- oder Tongesteinsschicht getroffen sind. Unterhalb dieser geologischen Barriere sammelten sich Öl und Gas dann in sogenannten Lagerstätten.

Konventionelle Lagerstätten

Das meiste bisher geförderte Erdgas und Erdöl stammt aus konventionellen Lagerstätten mit porösem, gut durchlässigem Gestein: Hier fließen das Öl und das Gas ohne großen technischen Aufwand zum Bohrloch. Die bekannten Erdgasreserven in konventionellen Lagerstätten gehen in Deutschland jedoch zur Neige – nur noch rund 16 Prozent des Erdgases lagern in konventionellen Lagerstätten. 

Tight-Gas-Lagerstätten

Kennzeichnend für Tight-Gas-Lagerstätten ist ein gering durchlässiges Gestein. Das Gas befindet sich hier in Poren, die erheblich kleiner und schlechter verbunden sind als in anderen Lagerstätten. Um beispielsweise Erdgas aus dichtem Gestein zu fördern, ist es notwendig, die Fließwege für das Gas durch hydraulische Stimulierung zu optimieren. Tight-Gas-Lagerstätten gehören dennoch zu den konventionellen Lagerstätten.

Schiefergaslagerstätten

Schiefergasvorkommen gehören ebenso wie Grubengasvorkommen in Kohleflözen zu den unkonventionellen Lagerstätten. Schiefergas zu fördern, ist relativ aufwendig, denn das Gas ist im Muttergestein verblieben, wo es vor Jahrmillionen entstanden ist. Schiefer ist ein äußerst dichtes Sedimentgestein, in dem es praktisch keine Durchlässigkeit (Permeabilität) gibt. Das Gas ist an der Gesteinsoberfläche gebunden und nur Hydraulic-Fracturing kann Fließwege für das Gas schaffen.

Exploration Mit dem richtigen Spürsinn auf der Suche nach Öl und Gas

Wie wird Erdöl und Erdgas gefunden? Zur Auffindung von Lagerstätten setzt Wintershall neueste Technologien und modernste Geräte ein. Gesteinsproben, seismische Messungen mit Vibro-Fahrzeugen helfen uns bei der Suche nach Erdöl und Erdgas.

Exploration

Erdöl und Erdgas werden nicht mehr durch Zufall entdeckt. Die meisten Vorkommen dieser Rohstoffe verbergen sich unter der Erdoberfläche in Tiefen zwischen 500 und 5.000 Metern. Neue Lagerstätten zu entdecken, ist eine Herausforderung, die nur mithilfe modernster Technik bewältigt werden kann. Bei der Erschließung (Exploration) neuer Öl- und Gasfelder arbeiten Experten aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen zusammen: Geologen, Geophysiker, Petrophysiker und Ingenieure.

Geologische Analysen

Am Anfang einer jeden Exploration stehen geologische Untersuchungen: Geologen suchen Gesteinsproben im freien Gelände, wo wichtige Formationen oberirdisch zutage treten, beschreiben Steinbrüche oder analysieren Bohrkernmaterial. Die wissenschaftliche Analyse des Materials erlaubt Rückschlüsse, ob in größeren Tiefen die Voraussetzungen für Erdgas- oder Erdölvorkommen gegeben sind. Alter und Art der Gesteine spielen dabei eine wichtige Rolle.

Seismische Messungen

Die wichtigsten Informationen über die Struktur des Untergrundes liefert eine Seismik. Sie funktioniert ähnlich wie ein Ultraschall beim Arzt oder ein Echolot in der Seefahrt: An der Erdoberfläche erzeugen Vibro-Fahrzeuge künstlich Schallwellen, die im Untergrund unterschiedlich reflektiert und von hochempfindlichen Messinstrumenten (Geophonen) am Boden aufgezeichnet werden. Aus den Messdaten entsteht ein 3D-Bild des Untergrunds, mit dem Geophysiker Strukturen erkennen und optimale Bohrpunkte finden können.

Erfahren Sie mehr über die seismische Messmethode Onshore

Bohren & Fördern Das Bohrloch ist der Schlüssel zur Quelle

Vor dem Fördern von Erdöl und Erdgas steht zunächst die Bohrung. Ein Bohrplatz wird angelegt und die Ingenieure steuern den Bohrmeißel bis zur Lagerstätte. Bei erfolgreicher Bohrung beginnt die Förderung mithilfe unterschiedlicher technischer Verfahren.

Bohrarbeiten

Jeder Zugang zu einer Lagerstätte beginnt mit einer Bohrung. Für eine Tiefbohrung wird für zwei bis vier Monate ein Bohrplatz errichtet. Es ist höchste Präzisionsarbeit, einen Bohrmeißel tief unter der Erde zielgerichtet durch das Gebirge zu steuern. Mit einer ausgefeilten Messtechnik und Sensoren nahe dem Bohrkopf können die Bohringenieure die Position des Bohrwerkzeugs immer genau bestimmen und die Richtung vorgeben.

Erfahren Sie mehr über Bohrverfahren

Förderverfahren

Öl und Gas stehen unter der Erde unter großem Druck, der pro zehn Meter Tiefe um ungefähr ein bar zunimmt – ist eine solche Lagerstätte mithilfe einer Bohrung „angezapft“ fließen die Rohstoffe anfangs von selbst zum Bohrloch. Lässt der Druck nach, kommt oft eine Tiefpumpe mit dem unverwechselbaren Pferdekopfantrieb zum Einsatz. Zwei- bis zwölfmal pro Minute schwenkt sie auf und ab – und jedes Mal schiebt ein Kolben am Ende des Bohrlochs das Öl schrittweise nach oben.

Hydraulic Fracturing

Die Hydraulic-Fracturing-Technologie wird meist in sehr gering durchlässigen Erdgaslagerstätten eingesetzt. Hoher Wasserdruck erzeugt dabei ganz gezielt millimeterdünne Fließwege in einer Lagerstätte. Eingepumpte Stützmittel wie Sand oder Keramikkügelchen sorgen im zweiten Schritt dafür, dass die neuen Fließwege dauerhaft offen bleiben und das Gas über die vergrößerte Kontaktfläche besser zur Bohrung fließen und gefördert werden kann.

Mehr zur Fördermethode gibt es hier

Dampffluten Mit heißem Dampf mehr Erdöl fördern

Es gibt Erdöllagerstätten mit besonders zähem Öl. Hier kann die Dampffluttechnik helfen: 300 Grad heißer Wasserdampf wird mit einem Druck von 100 bar in die Lagerstätte gepresst. Das zähe Öl erwärmt sich, wird dünnflüssiger und lässt sich leichter fördern. In der Fachwelt zählt das Verfahren zu den sogenannten EOR-Technologien (Enhanced Oil Recovery).

1. Dampfflutanlage
Die Anlage erhitzt Wasser, sodass 300 Grad heißer Dampf entsteht. Dieser gelangt über eine Bohrung in die Erdöllagerstätte. Dort erhitzt der Dampf das zähflüssige Öl und macht es flüssig, damit es leichter fließen kann.

2. Produktionsbohrung
Das flüssige Erdöl gelangt über Produktionsbohrungen aus der Tiefe nach oben. Pferdekopfpumpenantriebe treiben die hierfür notwendigen Ölpumpen an.

3. Erdölaufbereitung
Ein Separator trennt das geförderte Nassöl in die einzelnen Komponenten Öl, Salzwasser und Erdölbegleitgas. Das Rohöl wird anschließend zur Raffinerie transportiert. Das Salzwasser wir zurück in die Lagerstätte gepumpt.

Für weitere Informationen schauen sie sich unsere Grafik zum Thema Dampfluften an.

Schaugrafik zum Thema Dampffluten

Forschung Neue Fördertechnologien entwickeln, testen und anwenden

Wintershall arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung von Förderverfahren, die Ressourcen und Umwelt schonen. Technische Expertise und innovative Methoden wie das vollständig abbaubare Biopolymer Schizophyllan helfen uns dabei.

Mehr Erdöl fördern mithilfe eines Pilzes

In Bockstedt testet Wintershall in einem Pilotprojekt, wie sich mit einem vollständig biologisch abbaubaren Biopolymer mehr Erdöl fördern lässt. Im Zentrum steht der „Gemeine Spaltblättling“, ein Pilz, der überall in unseren Wäldern anzutreffen ist. Wenn der Pilz Zucker und Sauerstoff zu sich nimmt, erzeugt er das Biopolymer Schizophyllan. Es dickt das Wasser an, das zur Verbesserung der Förderung in die Lagerstätte gepresst wird. Das verdickte Wasser kann das Öl besser und gleichmäßiger verdrängen. Auf diese Weise könnten künftig bis zu zehn Prozent mehr Öl aus bestehenden Lagerstätten gefördert werden – ein gewaltiger Schritt.

Ausführliche Informationen zum Pilotprojekt finden Sie im Webspecial

Neues Kontrollinstrument für die Erdölproduktion

Die Effizienz der Erdölförderung überprüfen – dieses Ziel verfolgen Experten des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ und von Wintershall in einem gemeinsamen Forschungsprojekt. Im Erdölfeld Bockstedt haben sie dafür in einem dreiwöchigen Test elektromagnetische Felder im Untergrund gemessen, um den verbleibenden Anteil von Öl in der Lagerstätte zu ermitteln. Das Verfahren wird in der Geowissenschaft bereits seit Jahrzehnten verwendet, um die geologische Struktur des Untergrunds zu entschlüsseln. Mit dem Test in Bockstedt möchten die Forschungspartner herausfinden, ob sie diese Methode auch für die Optimierung der Erdölförderung nutzen können. Derzeit werden die aufgezeichneten Daten sorgfältig ausgewertet. Ein zweiter Test ist für Frühjahr 2015 geplant.

Factsheet CSEM Messungen Bockstedt

Betrieb & Services Viele Akteure tragen zum Erfolg bei

Die Förderung von Erdöl und Erdgas ist viel mehr als nur Exploration und Produktion. Die Aufbereitung des Erdöls, begleitende umwelttechnische Analysen und unser Know-how im Leitungsbau tragen zum Erfolg von Wintershall bei.

Aufbereitung des Erdöls

In der Aufbereitungsanlage in Barnstorf trennt ein Separator das Erdöl aus den umliegenden Ölfeldern von dem mitgeförderten Wasser und Begleitgas – es entsteht Reinöl. Dieses wird an Raffinerien weitergeleitet und zu verschiedene Mineralölprodukten und Rohstoffen für Produkte unseres Alltags verarbeitet. Aus dem Begleitgas erzeugt Wintershall Strom und Wärme für den Eigenverbrauch. Das separierte Wasser wird im Kreislaufprinzip zur Druckerhaltung wieder in die Lagerstätte zurückgepumpt.

Labor

Der Blick bis in die winzigsten chemischen Prozesse ist sowohl in der Exploration wie auch im Produktionsbetrieb von größter Bedeutung. Das Wintershall Zentrallabor in Barnstorf liefert Antworten auf chemisch-analytische und umwelt- oder lagerstättentechnische Fragestellungen. Gesteinsproben und Lagerstättenwasser zu analysieren, gehört ebenso dazu, wie Erdöl und Erdgas in ihrer spezifischen Zusammensetzung zu untersuchen. Darüber hinaus konzipieren unsere Chemiker Bohrlochbehandlungen und wirken bei der Öl- und Wasseraufbereitung mit.

Leitungsbau

Ohne Leitungen ist die Erdöl- und Erdgasproduktion undenkbar: Das im Feld geförderte Öl und Gas wird sicher zu den Aufbereitungsanlagen an den verschiedenen Wintershall Standorten transportiert und separiertes Wasser zur Druckerhaltung in Lagerstätten zurückgefördert. Ein ausgeklügeltes und gut funktionierendes System. Der Wintershall Leitungsbau betreut – auch für andere Unternehmen – über 1.700 Kilometer Pipelines und ihre Absperr- und Mischstationen.

Werkstätten

Es bedarf täglich vieler handwerklicher Arbeiten, um den Förderbetrieb am Laufen zu halten. Die Wintershall Elektroniker, Mechatroniker und Industriemechaniker warten und reparieren die im Betrieb benötigten Geräte und Anlagen wie Tiefpumpen, Winden und Sicherheitsvorrichtungen. Hierfür stehen zentral in Barnstorf, aber auch an allen Standorten hochwertig ausgestattete Werkstätten zur Verfügung, deren leitende Meister auch immer für die Ausbildung des Nachwuchses sorgen.